"Heilvolles Gedenken"

Ökumenebischof predigte im Hamburger Michel zum Abschluss der Ansgar-Woche

Die Bedeutung eines „heilvollen Gedenkens“ an die schmerzliche Trennung zwischen den beiden großen Kirchen hat Bischof Gerhard Feige in seinem Amt als Vorsitzender der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz hervorgehoben. Im Laufe der Jahrhunderte hätten sich zwischen Katholiken und Protestanten viel zu oft „Hass und Unverständnis, Lieblosigkeit und Gleichgültigkeit“ angehäuft, sagte der Magdeburger Bischof zum Abschluss der 44. Ansgar-Woche am Sonntag in Hamburg. Damit diese Erinnerung heilen könne, sei es notwendig, dass „alle Gläubigen sich in gemeinsamer Buße“ zu Gott bekehrten.

„Die Trennungsgeschichte ökumenisch zu erinnern und sie ökumenisch zu erzählen ist möglich, wenn sie ins gedenkende Gebet vor Gott gebracht und in seinem Gedenken heilvoll aufgehoben wird“, sagte Feige weiter und mit Blick auf den am 11. März in Hildesheim geplanten gemeinsamen Buß- und Versöhnungsgottesdienst.

Dabei wollen Vertreter der Kirchen den Blick darauf lenken, was Christen beider Konfessionen einander an Leid und Verletzungen angetan haben. Sie werden dafür Gott und einander um Vergebung bitten und sich auf die weitere Vertiefung des Miteinanders verpflichten. Der Gottesdienst in Hildesheim gilt jetzt schon als Meilenstein im Prozess der Heilung der Erinnerungen.

Es sei ein Fehler gewesen, „dass wir weithin nur das Trennende gesehen und gar nicht existenziell wahrgenommen haben, was uns mit den großen Vorgaben der Heiligen Schrift und der altchristlichen Bekenntnisse gemeinsam ist“, zitierte Feige aus eine Rede von Papst Benedikt XVI. 2011 in Erfurt. Am Beispiel des heiligen Ansgars und Martin Luthers stellte er die Gemeinsamkeiten der beiden großen Kirchen heraus. Beide seien verbunden in der Taufe als Sakrament der Einheit, sagte der Magdeburger Bischof am Sonntag im Hamburger Michel. Daneben verbinde den Mönch und „Apostel des Nordens“ Ansgar (801-865) und den Mönch und Reformator Luther (1483-1546) der Glaube an den dreieinigen Gott und das Evangelium der Erlösung.

Der vom Hamburger Erzbischof Stefan Heße zelebrierte Gottesdienst zum Abschluss der katholischen 44. Ansgar-Woche fand in der evangelischen Hauptkirche Sankt Michaelis (Michel) statt. Die Ansgar-Woche mit mehr als zwei Dutzend Vorträgen, Aufführungen, Lesungen und Gottesdiensten stand unter dem Motto „Luther entdecken“. | kna | Foto: wikipedia

Themen und Partnerportale