Bistumskarte

Dokumente des Bischofs

Nr. 111  Aufruf der deutschen Bischöfe zum Caritas-Sonntag 2009
 

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben!



Am nächsten Sonntag begehen wir den Caritas-Sonntag 2009. Wir schauen in diesem Jahr besonders auf die Menschen in Deutschland, die am Rande leben, in den Randgebieten unserer Städte und Ortschaften. Es gibt immer weniger Begegnungen zwischen den Menschen verschiedener Einkommensverhältnisse. Laut einer Umfrage haben nur 13 Prozent der Er­wachsenen in Deutschland einen armen Menschen in ihrem Freundes- oder Verwandtenkreis, 87 Prozent sehen arme Menschen höchstens im Vorübergehen auf der Straße.



Als Christen müssen wir uns fragen, wie offen wir gegenüber Menschen in Armut sind, die Jesus in den Mittelpunkt seiner Botschaft stellte. Welche Rolle spielen sie im Leben und En­gagement unserer Pfarrgemeinden? Welche Möglichkeiten nutzen wir, Not zu lindern?

 

Die gemeindliche und berufliche Caritas engagiert sich vielfältig für Menschen am Rande der Gesellschaft. Sie begegnet ihnen in zahlreichen Hilfe- und Unterstützungsangeboten und trägt zur Linderung und Bewältigung nicht nur materieller Not bei.

So wird z.B. im Carisatt-Laden in Halle Menschen mit niedrigem Einkommen die Möglichkeit eines kostengünstigen Lebensmitteleinkaufs angeboten. Im Projekt „Anna" in Stendal stützen sich Eltern aus unterschiedlichen sozialen Schichten gegenseitig in der Erziehungsverantwortung. Die Wärmestube am Franziskanerkloster in Halberstadt ermöglicht wohnungslosen Menschen soziale Kontakte und eine Grundversorgung mit Nahrungsmitteln. In den ökumenischen Bahnhofsmissionen wird weitgehend auf ehrenamtlicher Basis Dienst am Menschen unterwegs geleistet und in Magdeburg und Halle Jugendlichen am Rande der Gesellschaft Orientierungshilfe und Unterstützung in Lebenskrisen gegeben.

In all den genannten Beispielen und all den hier nicht genannten Projekten in unserem Bistum ist die Achtung und Würde des Menschen als Ebenbild Gottes Ausgangs- und Zielpunkt caritativer Hilfe und Unterstützung.



„Soziale Manieren für eine bessere Gesellschaft" heißt das bundesweite Motto der Caritas in diesem Jahr. Mit diesem ungewohnten Slogan ruft sie dazu auf, auch den Menschen, die arm und verschuldet, süchtig oder einsam am Rande der Gesellschaft leben, Respekt entgegen zu bringen. Ein Lächeln verändert nicht die Welt. Aber ein Lächeln stellt eine Beziehung her. Der Slogan fordert zudem die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft auf, aus einer in­neren Haltung der Solidarität heraus Gesetze zu schaffen, Gerechtigkeit zu ermöglichen und Armut zu bekämpfen.

Bitte unterstützen Sie die Arbeit der Caritas durch Ihre Gabe. Schon jetzt danken wir Ihnen herzlich dafür.

Würzburg, den 23. Juni 2009    Für das Bistum Magdeburg
 

Dr. Gerhard Feige

Bischof

Dieser Aufruf soll am Sonntag, dem 13. September 2009 [alternativ: am 20. September 2009], auch am Vorabend, in allen Gottesdiensten verlesen werden.
 

Nr. 112  Satzung des Katholikenrates im Bistum Magdeburg



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Nr. 113  Geschäftsordnung des Katholikenrates im Bistum Magdeburg
 

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