Kind im Rollstuhl und Begleiterin

Inklusion und Integration

Malteser helfen mit ihrem Schulbegleitdienst

Gemeinsam lernen, unabhängig von Lernpotenzial und schulischer Leistung – ein Hauptgedanke der schulischen Inklusion. Die Vielfältigkeit in den Gruppen und Klassen ermöglicht Kindern wie Jugendlichen, die Mitschüler|innen so zu akzeptieren, wie sie sind. Darüber hinaus erleben sie, wie in der Gemeinschaft von unterschiedlichen Begabungen profitiert werden kann. Jedoch stellt der erhöhte Bedarf an individueller Förderung für viele Schulen eine große Herausforderung dar, personell und konzeptionell. Eine Möglichkeit, jungen Menschen mit Behinderung erfolgreich die Teilhabe am System einer Regelschule zu ermöglichen, ist eine Schulbegleitung. Sie ist oft unerlässlich, wenn eine gute Schulbildung und die Entfaltung individueller Fähigkeiten zuteilwerden soll.

Entlastung auch für die Lehrenden

Welche Rolle und welchen Platz die Schulbegleiter in der Einrichtung einnehmen, definiert sich im Wesentlichen über den individuellen Bedarf des Klienten und die Unterstützungsmöglichkeiten vor Ort. „Wir leisten einen Beitrag zur Integration in die Klasse, motivieren die jungen Menschen, helfen bei der Erledigung von Aufgaben, unterstützen die Kinder in ihrem Selbstwert!“, erklärt Martina Habelitz, Koordinatorin des Schulbegleitdienstes der Malteser in Magdeburg und Umgebung.

Je nach Bewilligung durch das Jugend- oder Sozialamt kann die Hilfe in der Bewältigung des Alltags inhaltlich und zeitlich sehr unterschiedlich sein und auch über die reine Unterstützung der Lehr-Lern-Prozesse hinausgehen. „Ich bin bei allem dabei, was so einen Schultag ausmacht. Pünktlich zum Unterricht bereit sein, die Unterstützung bei Frühstück und Mittagessen, Hilfen zur Mobilität, auch die Erledigung von Toilettengängen.“

Marcus Schwitters hat in der Schulbegleitung offensichtlich seine Profession gefunden. Dass sowohl pädagogische als auch pflegerische Aufgaben seinen Arbeitsalltag ausmachen, kennt er bereits aus seiner Arbeit in der stationären Behindertenhilfe. „In dieser Zeit habe ich viel über die Begleitung von Menschen mit Behinderung gelernt.

Aber im stationären Bereich ist es schwer umsetzbar, auf die individuellen Bedürfnisse jedes Einzelnen einzugehen. Das ist das Tolle an der Schulbegleitung, hier können wir eine Einzelbetreuung gewährleisten!“ Eine Entlastung ist somit auch für die Lehrenden spürbar, die mit Hilfe der Schulbegleiter den Anforderungen einer erfolgreichen Inklusion besser gerecht werden können.

Es lohnt sich

An der Entscheidung, für wen eine Schulbegleitung Sinn macht, sind erfahrungsgemäß mehrere Köpfe beteiligt. „Eltern, Großeltern, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer oder auch Ärztinnen und Ärzte stellen fest, dass etwas nicht in Ordnung ist oder sich nicht so entwickelt, wie es für die Entwicklungsstufe zu erwarten wäre. Dabei macht es keinen Unterschied, ob dies in der Häuslichkeit auffällt oder in Institutionen wie Kita oder Schule. Für uns steht die zu leistende Hilfe im Vordergrund.“ Martina Habelitz ist als Koordinatorin in alle Schritte der Schulbegleitung involviert und berät alle Beteiligten gern. „Es funktioniert nur, wenn wir gemeinsam Verantwortung übernehmen und jeder seinen Beitrag zu einem gelungenen Miteinander leistet!“

Das kostenfreie Angebot des Schulbegleitdienstes umfasst dabei die Beratung der Erziehungsberechtigten und Institutionen, die Unterstützung in der Antragstellung zur Kostenübernahme beim Jugend- und Sozialamt sowie die bedarfsgerechte Auswahl des Schulbegleiters. Gerade in diesem Bereich hat Martina Habelitz schon mehrfach ein gutes Gespür bewiesen. „Es ist nicht nur wichtig, dass die Schulbegleiter im sozialpädagogischen Bereich fachlich qualifiziert sind. Auch menschlich muss es passen, wie überall im Leben!“ Der Weg von der Antragstellung bis zur Realisierung der Schulbegleitung ist lang und kostet häufig sehr viel Zeit und Kraft. Aber es ist ein Weg, der sich lohnt!

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