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Das wiederbelebte Kloster

Vor genau 50 Jahren kehrte ein Benediktinermönch in das 1804 aufgegebene Kloster Huysburg zurück – und legte damit den Keim für eine neue Gemeinschaft

Es war ein besonderes Jubiläum, das im Kloster Huysburg in der Nähe von Halberstadt gefeiert wurde: Seit genau 50 Jahren leben in der mittelalterlichen Klosteranlage im Harz wieder Benediktinermönche. Am Festgottesdienst in der Klosterkirche nahm auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) teil.

In seiner Ansprache bezeichnete Haseloff das Kloster Huysburg als „ein Stück Landesgeschichte“. Seit über 1000 Jahren gebe es hier mit Unterbrechungen geistliches Leben. „Es ist mir auch ein inneres Bedürfnis, die letzten 50 Jahre in Erinnerung zu rufen“, so der Ministerpräsident. „Wir können hier heute nur stehen, weil es Papst Johannes Paul II. gegeben hat“, erinnerte er an die Wiederbesiedelung des Klosters, die von der Benediktinerabtei Tyniec in der Nähe von Krakau ausging, wo der spätere Papst damals als Erzbischof wirkte. Es brauche Orte wie die Huysburg oder etwa das Kloster Helfta bei Eisleben, an denen Werte lebendig gehalten würden, so Haseloff.

Zuvor hatte Bischof Gerhard Feige in seiner Predigt Klöster als Orte des Friedens bezeichnet. Ausgehend vom Evangelium, den Seligpreisungen aus der Bergpredigt, zitierte er das Jesuswort „Selig sind, die Frieden stiften“. Klöster wie die Huysburg seien „ein Zeichen des Friedens in der Welt“, der im alltäglichen Umgang der Menschen beginnen müsse.

Das Kloster Huysburg wurde im Jahre 1804 nach rund 800 Jahren geistlichen Lebens säkularisiert, nur die Kirche und der Nordflügel der Anlage verblieben im Besitz der Kirche. Erst im September 1972 gab ein Priester aus Görlitz, Alfred Göbel, den Anstoß zur Wiederbesiedlung.
Göbel trat in die Benediktinerabteil Tyniec bei Krakau ein und konnte den dortigen Abt Placidus Galinski für sein Projekt gewinnen. Als Gründungstag gilt der 14. September 1972, an dem Abt Placidus und der damalige Apostolische Administrator in Magdeburg, Johannes Braun, eine „Cella“, die kleinstmögliche mönchische Einheit auf der Huysburg errichteten. 1984 wurde die junge Gründung bereits selbstständig.
Nach der politischen Wende wuchs die Zusammenarbeit mit der Abtei St. Matthias in Trier, dem damals einzigen anderen deutschsprachigen Kloster in der Kongregation. 2004 schlossen sich beide Klöster zu einer einzigen Gemeinschaft in zwei Konventen zusammen. Heute leben auf der Huysburg in der Nähe von Halberstadt sechs Mönche, zwei davon sind Priester, die anderen gehen einem zivilen Beruf nach.

Seit den 1990er Jahren ist die gesamte Huysburg wieder in kirchlichem Eigentum. Neben der Pfarrseelsorge bieten die Mönche in ihrem Gästehaus Kurse, Exerzitien oder Einkehrtage an. Unter anderem durch Konzerte oder Führungen zieht das Kloster auch Menschen aus der weitgehend glaubensfernen Umgebung an. Auch die jährliche Wallfahrt des Bistums findet seit 1951 hierher statt. „Die Huysburg ist ein Identitätssymbol der Region“, betont Prior Antonius Pfeil.

(Oliver Gierens; Foto: Gierens)

Predigt Bischof Feige zum Download

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