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Eine Ära geht zu Ende

Abschied aus Halle: Bischof Feige würdigt Elisabeth-Schwestern

Bischof Dr. Gerhard Feige hat die jahrzehntelange Krankenpflege und Seelsorge der Elisabeth-Schwestern im Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara und  in der ganzen Stadt Halle gewürdigt. „Mit dem heutigen Tag geht eine ganze Ära zu Ende. Was für ein Einschnitt ist das doch, nicht nur für unser Bistum, sondern auch für Halle und viele Christen wie Nichtchristen. Wie sehr haben Sie, liebe Schwestern von der heiligen Elisabeth, doch die Stadt geprägt“, sagte Feige bei einem Abschiedsgottesdienst in Halle.

Mit lautem Geläut bedankten sich die Schwestern mit einem Abschiedsgeschenk bei Bischof Feige und überreichten ihm die Schellen, mit denen er vor 58 Jahren schon seinen Dienst als Ministrant bei den Schwestern tat. „Das war damals ein großes Opfer“, wie Schwester Dominika lächelnd anfügte, „denn nicht jeder Zehn- oder Elfjährige empfand den Dienst am Wochentag um 5:50 Uhr als große Freude.“

Die „Schwestern von der heiligen Elisabeth“ hatten sich zu dem Weggang aus ihrem Kloster in Halle aus Altersgründen entschlossen. Auch war das Gebäude für sie zu groß geworden. In ihren Hochzeiten zählte die dortige Gemeinschaft mehr als 100 Ordensfrauen, zuletzt waren noch 16 übrig, die nun in den Ruhestand gehen.

Seit 130 Jahren hatten die Elisabethschwestern mit ihrem ordenstypischen grauen Habit das Stadtbild von Halle geprägt. Aus einer kleinen Krankenstation wurde Ende des 19. Jahrhunderts das heutige Krankenhaus Sankt Elisabeth-Sankt Barbara. Auch der Kongregation traten mehr und mehr junge Frauen bei. Das machte in den 1920er Jahren einen Klosterneubau nötig. Die Schwestern waren in der Kranken-, Kinder- und Altenpflege sowie in der Krankenhaus- und Gefängnisseelsorge tätig und versorgten Bedürftige am sogenannten Elisabeth-Tisch.

Der Abschied lasse „auf allen Seiten Trauer und Wehmut aufkommen. Das braucht nicht verdrängt zu werden, sondern darf seinen Platz haben. Schließlich hat solch eine Erfahrung auch etwas mit unserer menschlichen Grundsituation zu tun“, betonte Feige. „Das heißt, wir sind der Vergänglichkeit unterworfen. Das gilt auch für die Kirche - und damit ebenso für die Ordensgemeinschaften.“

Dennoch gelte es optimistisch zu bleiben. „Mögen sich die kirchlichen Formen und Strukturen noch so sehr verändern, mag auch noch so viel zusammenbrechen und scheinbar untergehen: Jesus selbst sorgt dafür, dass sein Auftrag weitergeht“, erklärte der Bischof. Zahlreiche kranke und sterbende Menschen seien durch die Elisabeth-Schwestern „Gott begegnet“.

Der Geschäftsführer des Elisabeth-Krankenhauses, Thomas Wüstner, sicherte auch nach dem Weggang der Schwestern ein ganzheitliches Konzept zu: „Die Philosophie, die Weltanschauung und der christliche Geist der Schwestern von der heiligen Elisabeth bleiben für immer in unserem Haus“, erklärte Wüstner. Auch solle der Elisabeth-Tisch nach dem Weggang der Schwestern erhalten bleiben.

Predigt zur Verabschiedung der Schwestern zum Download

Persönliche Erinnerungen von Bischof Feige, aufgezeichnet von Eckhard Pohl, Tag des Herrn

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