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Massive Differenzen

AfD und Kirche - Studie zu einem problematischen Verhältnis

Die jetzt veröffentlichte Vergleichsstudie zu den Positionen von AfD und katholischer Kirche soll nach dem Willen ihrer Initiatoren keine Wahlempfehlung sein. Sie sei „keine Verordnung“ für das Votum in der Wahlkabine, betonte so auch der Leiter des Katholischen Büros Sachsen-Anhalt, Stephan Rether. Vielmehr sei sie eine „binnenkirchliche Hilfestellung“ bei der Einordnung neuer parteipolitischer Entwicklungen und eine „Ermutigung zum politischen Diskurs“.

Die landespolitischen Vertreter der Bistümer in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hatten die in der vorigen Woche veröffentlichte Studie angeregt. Nach deren Angaben folgten sie damit dem Wunsch aus kirchlichen Gemeinden und Einrichtungen nach einer „Orientierungshilfe“. Erarbeitet wurde die Studie vom Institut für Christliche Sozialwissenschaften (ICS) an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster sowie dem Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft in München.

Die Untersuchung ergab massive Differenzen zwischen den Positionen der AfD und der katholischen Soziallehre. So seien „das ethno-nationale Gesellschafts- und Staatsverständnis“ sowie die auf ausgrenzenden Feindbildern beruhenden Positionen der AfD mit der Kirchenlehre unvereinbar. Gegenstand der Studie waren das Grundsatz- sowie das Bundestagswahlprogramm der AfD. Zudem wurde die Kommunikation der Partei anhand ihrer Social-Media-Strategie sowie ausgewählter Reden von Parteifunktionären untersucht.

Nach der Studie entwirft die Partei diffuse Feindbilder, indem der Islam, politische Eliten, Europa und die Gendertheorie zu einer existenziellen Bedrohung Deutschlands überhöht würden. Innerhalb der einzelnen Feindbilder werde nicht differenziert; so werde der Islam nicht vom Islamismus abgegrenzt oder die „Altparteien“ als „Meinungskartell“ dargestellt.

Die AfD verschreibt sich nach den Worten der Autoren der Pflege deutscher Kultur und stilisiert damit eine bestimmte ethnische Zugehörigkeit als Wert an sich. Dies sei der katholischen Soziallehre mit ihren Orientierungen am universalen Gemeinwohl fremd. Zwar bekenne sich die AfD zur Glaubens- und Bekenntnisfreiheit, so die Verfasser. Sie bestreite jedoch die Religionsausübungsfreiheit, indem sie diese für Muslime stark einschränken wolle.

Zwar trete die AfD für ein traditionelles Familienbild und den Schutz des ungeborenen Lebens ein. Doch diese Anliegen dienten vorrangig dem Interesse, Deutsche zur Familiengründung anzuregen. Dagegen werde in der Asyl-, Einwanderungs- und Integrationspolitik völlige Abschottung gefordert. Eine solche bevölkerungspolitische Verzweckung der Familie widerspreche dem katholischen Verständnis von Familie und Lebensschutz. | kna

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