historische Stadtansicht

Gegen Kaiser und Papst

Bischof erhofft "anregende Einsichten" von Reformationsausstellung

„Gegen Kaiser und Papst. Magdeburg und die Reformation“ steht über der neuen Ausstellung im Kulturhistorischen Museum der Landeshauptstadt. Das Haus möchte damit seinen Beitrag leisten zur 500. Wiederkehr der Bekanntmachung von Martin Luthers Thesen gegen den Ablasshandel  am 31. Oktober dieses Jahres. Die Ausstellung zeigt Magdeburg als Vorreiter der Reformation und wie die Stadt mit ihren damals rund 30.000 Einwohnern als Ort des lutherischen Widerstandes berühmt wurde.

Als einer der Schirmherren der Ausstellung neben Ministerpräsident Reiner Haseloff und Landesbischöfin Ilse Junkermann betonte Bischof Gerhard Feige in seinem Grußwort zur Eröffnung am Donnerstag die Notwendigkeit, sich mit der Vergangenheit differenziert auseinanderzusetzen. Diess könne dazu beitragen, auch „die Gegenwart besser zu verstehen und zu bewältigen“.

Weiter äußerte Feige die Hoffnung, die Ausstellung könne Besucher zu der Einsicht führen, „dass gegen jemand oder etwas zu sein manchmal notwendig sein mag, aber nicht zum Grundsatz werden darf“. Nur aus Widerspruch zu leben, zeuge nicht unbedingt von einer kreativen Gestaltungskraft und könne sogar zerstörerisch sein. Manche dumpfen Parolen und aggressiven Proteste der gegenwärtigen Zeit ließen das jedenfalls überdeutlich erkennen. „Mögen viele Besucher und Besucherinnen“, wünschte Bischof Feige, durch die Ausstellung „anregende Einsichten in die Geschichte unserer Stadt gewinnen und sich ermutigen oder provozieren lassen, kritisch und konstruktiv daran mitzuwirken, dass wir in unserer Gesellschaft auch weiterhin friedlich miteinander leben können, in gegenseitiger Achtung, Solidarität und Weltoffenheit.“

Die vom 1. September bis 28. Januar zu besichtigende Sonderausstellung zeigt auf 450 Quadratmetern mehr als 250 Ausstellungsstücke zum Thema Reformation. Zu sehen sind unter anderen originale Kunstwerke, Holzschnitte und Gemälde, alte Drucke und Handschriften, aber auch Waffen und Modelle. Sie ziehen den Besucher hinein in die Lebenswelt des 16. Jahrhunderts. Großformatige Bild-Inszenierungen veranschaulichen, wie Luthers Ideen den Alltag der Menschen veränderten. Die Großstadt an der Elbe wurde zum Schauplatz heftiger Auseinandersetzungen um Glaube, Macht und Gerechtigkeit.

Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm unter anderem mit museumspädagogischen Angeboten und zahlreichen Vorträgen.

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