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Benedikt XVI. beigesetzt

Die Welt nimmt in Rom Abschied vom emeritierten Papst

Mit einer schlichten, aber feierlichen Totenmesse im Vatikan hat die Welt am Donnerstag Abschied von Benedikt XVI. genommen. Papst Franziskus würdigte bei dem Requiem auf dem Petersplatz vor rund 50.000 Menschen Feingefühl, Weisheit und Sanftmut seines Vorgängers. Der seit 2013 emeritierte Papst Benedikt XVI./Joseph Ratzinger war an Silvester mit 95 Jahren im Vatikan gestorben. 

Unter den zahlreichen internationalen Vertretern von Kirche und Politik waren aus Deutschland Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundestagspräsidentin Bärbel Bas und Bundeskanzler Olaf Scholz angereist. Eine eigene Delegation kam aus Benedikts bayerischer Heimat, darunter Ministerpräsident Markus Söder und sein Vorgänger Edmund Stoiber. Die Beisetzung fand anschließend im kleinen Kreis in den Grotten des Petersdoms statt. 

Zum Abschluss seiner Predigt beim Requiem sagte Papst Franziskus: „Benedikt, du treuer Freund des himmlischen Bräutigams, möge deine Freude vollkommen sein, wenn du seine Stimme endgültig und für immer hörst.“ Als letzten Gruß trat der auf einen Rollstuhl angewiesene Papst an den Sarg seines Vorgängers, segnete ihn, legte die Hand auf den Sarg und verharrte eine Weile mit gesenktem Kopf. 

Zehntausende Menschen applaudierten als Zeichen des Respekts, als der Sarg nach der Totenmesse in den Petersdom getragen wurde. Angeführt wurde die Prozession hinter dem Sarg von Benedikts langjährigem Privatsekretär, Erzbischof Georg Gänswein. 

Während des rund 90-minütigen Gottesdienstes enthüllten einige Teilnehmer Spruchbänder mit Dankesworten an Benedikt oder forderten auf Italienisch „Santo Subito“, also eine rasche Selig- und Heiligsprechung des Verstorbenen. Solche Rufe wurden anschließend auch auf dem Platz skandiert. 

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, sprach sich nach der Feier dagegen aus, ohne die vorgeschriebene Wartezeit von mindestens fünf Jahren ein Verfahren zur Seligsprechung zu eröffnen. „Ich finde nicht, dass jetzt der Zeitpunkt dafür ist, sagte er vor Journalisten. Die Kirche habe ein gutes und erprobtes Verfahren dafür, das für die ersten Jahre nach dem Tod eine Zeit in Ruhe, Nachdenken und Gebet vorsehe. Zugleich erklärte Bätzing, der Verstorbene sei „ohne Zweifel ein Lehrer der Kirche“ gewesen und hinterlasse ein reiches theologisches Erbe. 

Bundespräsident Steinmeier würdigte Benedikt XVI. als „großen Theologen, ausgestattet mit kräftigem Intellekt“. Weiter beschrieb er ihn nach der Trauerfeier als Mann von „großer Bescheidenheit“, der, tief verankert in den kirchlichen Traditionen, zugleich immer wieder zum Dialog mit anderen Kirchen und Religionen aufgerufen habe. Beim Thema Missbrauch in der Kirche habe sich Papst Benedikt der Aufarbeitung verpflichtet gesehen. Diese Aufarbeitung müsse weitergehen, so Steinmeier. 

In einer den Päpsten vorbehaltenen Zeremonie wurde Benedikt XVI. in einem Grab unter dem Petersdom beigesetzt. In der gleichen Grabstätte hatte zunächst auch sein Vorgänger Johannes Paul II. gelegen. Nach dessen Selig- und Heiligsprechung wurde seine Grabstätte in ein Seitenschiff des Petersdoms verlegt. Rund 160 Päpste sind in den Vatikanischen Grotten unter der Basilika beigesetzt. 

Ein Besuch am Grab von Benedikt XVI. ist vermutlich ab Sonntag möglich. Zuvor müssten noch Arbeiten erledigt werden, erklärte der Vatikan. Seit Montag bis Mittwochabend hatten rund 200.000 Menschen von dem im Petersdom aufgebahrten Leichnam Abschied genommen.

Im Bistum Magdeburg findet das Requiem für den verstorbenen Papst em. benedikt XVI. am Samstag, 7. Januar um 10 Uhr in der Kathedrale St. Sebastian in Magdeburg statt.

(kna; Foto: KNA)

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