Bistumskarte

Die leisen, feinen Töne werden Hass und Hetze übertönen

Benefizkonzerts zu Gunsten der „Flüchtlingshilfe Sachsen-Anhalt“ ein voller Erfolg

Beschwingt von den ausklingenden Tönen des „Les Patineurs“ – Walzer für Orchester, gespielt vom  Kammerorchester des  Norbertusgymnasiums schlenderten die Gäste im Anschluss an das  Benefizkonzert durch eine Stille Auktion auf der Galerie des Fürstenpalais. „Es waren heute die feinen, leisen, schönen Töne, die wir gehört haben“, resümiert Innenminister Holger Stahlknecht als einer der Kooperationspartner der „Flüchtlingshilfe Sachsen-Anhalt“. In seiner Danksagung drückt Stahlknecht damit auch seine Hoffnung aus, dass diese feinen Töne das Gebrüll von Hass und Hetze bald übertönen werden.

Gegründet wurde der Flüchtlingsfond 2014 von Bischof Dr. Gerhard Feige, der in seiner Begrüßungsrede zum Benefizkonzert auch die Ereignisse und ihre fremdenfeindlichen Folgen von Chemnitz, Köthen und an anderen Orten unseres Landes ansprach. „Wir brauchen starke und couragierte zivilgesellschaftliche Gegenpole. Freiheitlich-demokratische und christliche Grundwerte stehen heute auf dem Prüfstand, weil wir geflüchteten Menschen in ihren äußerst prekären Lebenssituationen Hilfe anbieten und weil es besonderer Integrationsanstrengungen, Geduld, Respekt vor anderen Kulturen und Religionen und staatlicher Leistungen bedarf, um ein friedliches Zusammenleben in einer immer mehr von Migration geprägten Welt zu organisieren. Bei dieser großen Zukunftsaufgabe brauchen wir keine menschenausgrenzenden und diskriminierenden politischen Bewegungen, wir brauchen eine dem Menschen zugewandte Haltung und kluge politische Lösungen – übrigens auch, wenn es um das Thema akzeptierter und nicht akzeptierter Rückkehr geht“, so Bischof Feige.

Mit launigen Einleitungen führte Amidou Traore vom Interkulturellen Beratungs- und Begegnungszentrum der Caritas durch das Programm. Eröffnet wurde das Konzert mit Marie-Therese Finkler (Trompete) und Sandra Schilling (Klavier) mit der Ouvertüre Wassermusik von Händel. Auch die Organisatorin des Abends, Leiterin der Abteilung Migration und Integration bei der Caritas, Monika Schwenke begeisterte die Gäste mit einer glasklaren Sopranstimme. Gemeinsam mit ihrer Duettpartnerin Andrea Leinenbach sang sie Lieder von Mendelsohn Bartholdy und Vivaldi.

Auch Staatssekretärin Susi Möbbeck nahm die Einladung zur Teilnahme am anspruchsvollen Programm an, „auch wenn ich dankbar bin, dass ich ihnen mein musikalisches Talent nicht zumuten muss“, scherzte die Integrationsbeauftragte. Stattdessen rezitierte sie die Flüchtlingsgespräche 1940/41 von Bertolt Brecht und las Passagen aus dem Buch „Hoffnung im Herzen, Freiheit im Sinn“ von Zekarias Kebraeb.

In die Herzen der Zuschauer spielte sich der 18 Jährige in Stendal geborene Elias Projahn mit der Klaviersonate Nr. 3 in f-Moll von Brahms. Mit Leidenschaft und ganz viel Talent wurde der junge Pianist zum persönlichen „Stressbewältiger“ von Amidou Traore, der während des Programms fieberhaft auf Künstler Mohammad Farha und Shiyar Agrie wartete. Aber sie kamen im Stau auf der A2 einfach nicht weiter.

Dafür verriet der Moderator sein Rezept für eine gelungene Integration: „Die Integration beginnt mit dem Wetter und dem Essen“, scherzte Traore, der den Weg von Elfenbeinküste in sachsen-anhalter Landeshauptstadt geschafft hat.

Zum Abschluss verriet Bischof Dr. Gerhard Feige, dass schon vor Ende des Benefizabends 13.277,00 Euro für die Flüchtlingshilfe gespendet wurden.

Mit dem Erlös des Benefizkonzerts wird der Spendenfond „Flüchtlingshilfe Sachsen-Anhalt“ unterstützt, der seit 2014 existiert und vom Caritasverband verwaltet wird. Die eingegangenen Spendengelder helfen bei Familienzusammenführungen, der Unterstützung von Ausbildung und Arbeitssuche sowie dem Beschaffen von Beglaubigungen und Gutachten. Bisher wurden etwa 1000 Anträge gestellt und bearbeitet. Davon wurden 861 bewilligt oder teilbewilligt.

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Spendenkonto

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Stichwort: Flüchtlingshilfe

 

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