Bistumskarte

fest gegründet - stets gewandelt

Bistumswallfahrt auf der Huysburg

Die diesjährige Bistumswallfahrt war überschrieben mit dem Motto „fest gegründet – stets gewandelt“. Als Erinnerung an die Gründung des Erzbistums Magdeburg vor 1050 Jahren lud sie dazu ein, einen Blick in die traditionsreiche und wechselseitige Geschichte der Region zu werfen, aber auch die Zukunft des heutigen Bistums Magdeburg nicht aus den Augen zu verlieren. 5000 Menschen nahmen an der Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Gerhard Feige, vielen internationalen Gästen und den zahlreichen Angeboten im Anschluss teil.

„Jede Zukunft hat eine lange Vergangenheit.“ Mit den Worten einer italienischen Politikerin leitete Bischof Feige seinen Abriss über die alte und ehrwürdige Geschichte des Erzbistums Magdeburg ein. Unzählige wichtige Bauwerke erzählen aus anderen Zeiten, bis heute prägen Klöster und Kirchen der Romanik und Gotik unsere Landschaften als „Stein gewordene Zeugen des Glaubens.“ Über 1050 Jahre hinweg wirkten im heutigen Mitteldeutschland verschiedenste Persönlichkeiten, die mittlerweile nicht selten als Heilige verehrt werden: Gertrud von Helfta, Königin Mathilde oder Adalbert von Magdeburg.

Seitdem das Erzbistum Magdeburg mit der Reformation aufgelöst wurde, veränderte sich sein Gesicht des Öfteren, in mehr oder weniger starker Ausprägung. Nach verschiedenen Zu- und Abwanderungen verursachte die große Zahl der Geflüchteten und Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg einen enormen Anstieg an Katholiken. Während der DDR widerstand die katholische Kirche den Einengungsversuchen des kirchlichen Lebens durch die marxistisch-leninistische Einheitspartei und musste sich nach der Wende von 1989 wiederum ganz neuen Herausforderungen stellen.

„Eine Gesellschaft, die ihre Vergangenheit vergisst, verfälscht oder überbetont, wird krank, immer leichter manipulierbar und letztlich unfähig, sich zukunftsträchtig zu erneuern“, meint Bischof Feige weiter. Er verweist darauf, dass Erinnerung Leben und Identität schaffe. Dazu gehören positive wie negative, an die man gern zurückdenkt oder aus denen jeder lernen kann. Erinnerung als „lebendiger Bezug zur Vergangenheit“ stärke das Selbstbewusstsein von Kirche und Gesellschafft. Darüber hinaus kann Erinnerung kreative und verantwortungsbewusste Schritte in die Zukunft lenken.

Bischof Dr. Gerhard Feige lädt alle Gläubigen dazu ein, mit Gott als Fundament den Stürmen des Lebens zu trotzen und gleichzeitig lebendig Christ zu sein. Er ruft alle Pilgernden dazu auf, als Christen „mehr als nur Museumswärter oder Hüter einer gerade noch glimmenden Asche“ zu sein.

Auch wenn das Kaiserwetter nicht bis zur Andacht am Nachmittag anhielt, wurde das Klostergelände nur allmählich leerer. Für das leibliche Wohl war auf vielfältige Weise gesorgt, so dass sich die Pilger auf Gespräch und Dialog mit alten Freunden oder neuen Bekannten einließen.
Besonders erfreulich war der Besuch verschiedener internationaler Bischöfe aus Frankreich, Litauen, Polen und Tschechien, die sich bereits am Vortag die Stadt Merseburg ansehen durften.

Nach dem Zwischenprogramm mit Bastelaktionen der Malteser Jugend, Angeboten der Jugendpastoral und Don Bosco-Schwestern sowie Gespräche mit den Gästen von nah und fern stimmten die Klänge des Bistumskinderchores auf die Abschlussandacht ein. Auf dem Gelände stellten sich eine Vielzahl an Organisationen und Gremien mit ihrer Arbeit und ihrem Engagement vor.

Hier finden Sie die Predigt von Bischof Dr. Gerhard Feige zum Nachlesen.

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