Bistumskarte
Kerze im Dunkel
Foto: Monika Wagmann

Gesicht der Gastfreundschaft

Bruder Benedikt Heinrich Morawez OSB verstorben

„Gehen wir unter der Führung des Evangeliums Seine Wege“
Benediktusregel Prolog 21

Benedikt Heinrich Morawez OSB
* 4.6.1937 in Glatz/Kłodzko (Schlesien)
Priesterweihe 29.6.1963 in Magdeburg; Mönchsprofess 08.09.79 Huysburg
+ 4.1.2020 im Krankenhaus Halberstadt

Heinz Morawez kam aus der schlesischen Grafschaft Glatz; am 4. Juni 1937 wurde er in Glatz geboren. In Wernigerode fanden die Eltern nach der Vertreibung eine Bleibe mit Heinz und seiner Schwester Regina. Die Verbundenheit mit ihr pflegte er bis zuletzt. Besonders nach dem frühen Unfalltod seines Schwagers war er ihr und ihren beiden Töchtern eine wichtige Stütze.

Die Jugendarbeit in der katholischen Gemeinde Wernigerode hat ihn „entscheidend geprägt“, wie er selbst sagte. Im Schulchor des späteren Landesmusikgymnasiums wurde seine Freude am Singen und an der Musik grundgelegt, die sich bis zum letzten Jahr z.B. in regelmäßigen Konzertbesuchen in Halberstadt ausdrückte. Schon während des Theologiestudiums in Erfurt, das er nach dem Abitur 1956 aufgenommen hatte, lernte er die Fokolar-Bewegung kennen. Von dort bekam er wichtige geistliche Impulse, so dass er später darin auch die Versprechen ablegte und in Zeitz im Priesterfokolar wohnte. Auch als Mönch blieb er der Fokolar-Bewegung und ihren Mitgliedern verbunden.

Die Priesterweihe empfing er am 29.6.1963 durch Weihbischof Dr. Friedrich Maria Rintelen in St. Sebastian in Magdeburg. Im heutigen Bistum Magdeburg wirkte er als Kaplan zunächst in Blankenburg, in Dessau, dann als Hausgeistlicher im St. Elisabeth-Krankenhaus in Halle, und schließlich wieder als Kaplan in Zeitz. In den letzten Zeitzer Jahren führte ihn seine geistliche Suche zu der Bitte um Aufnahme auf der Huysburg. Die Gestalt des Hl. Benedikt und seine Regel haben ihn – vermittelt durch Walter Nigg – fasziniert und für das benediktinische Mönchtum begeistert, so dass er auch den Hl. Benedikt als Patron für sein Mönchsleben bekam. Im Mai 1978 trat er ein und verstärkte die junge Gemeinschaft, in der er am 8.9.1979 die erste und drei Jahre später die feierliche Profess ablegte.

Im Kloster wirkte Bruder Benedikt als Kantor und als Prior. Bei den Bauarbeiten brachte er sein Faible für die Archäologie ein; später half es ihm, kenntnisreiche Führungen zu halten. Von 1981 – 1991 leitete er die Pfarrei Huysburg. Auch danach blieb er bereit für auswärtige Aushilfen  und stellte sich als geistlicher Ansprechpartner für die Priester des Bistums zur Verfügung. Bei einem längeren Aufenthalt im Benediktiner-Kloster Tabgha am See Genezareth in den 1990er Jahren fand seine Begeisterungsfähigkeit eine langanhaltende Resonanz. So konnte er später als Diözesanvorsitzender des Deutschen Vereins vom Hl. Lande und als Reisebegleiter Menschen das Land der Bibel nahe bringen und auch hier z.B. in der Blankenburger Teufelsbadklinik in vielen Dia-Vorträgen die unterschiedlichsten Gruppen ansprechen. Jahrelang übernahm er auch den lokalen Kontakt für das Albertus-Magnus-Forum der Katholischen Akademie in Halberstadt.

Auf der Huysburg war Bruder Benedikt bis zuletzt ein wichtiges „Gesicht der Gastfreundschaft“. Sicher hat er einen guten Anteil daran, dass Menschen sich wahr- und aufgenommen fühlen konnten. Am 4. Januar, in der Nacht zum Fest der Seligen Pia von der Huysburg, ist er, der das Reisen so liebte, nach einwöchigem Krankenhausaufenthalt friedlich auf die letzte große Reise gegangen, dorthin, wo ihn – so glauben wir – DER aufnimmt, der uns allen einen Platz vorbereitet hat, an dem wir für immer sein können – mit allem, was zu uns gehört. Antonius Pfeil OSB

Das Requiem für Bruder Benedikt Morawez OSB wird am Sonnabend, den 11. Januar 2020, um 10:30 Uhr in der Klosterkirche auf der Huysburg gefeiert. Anschließend wird er auf dem Friedhof der Benediktiner beigesetzt.

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