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Kirchliches Leben ohne Selbstverständlichkeiten

Mitglieder des Präsidiums der Diözesanversammlung Limburg zu Besuch im Bistum Magdeburg

Mitglieder des Präsidiums der Diözesanversammlung Limburgs kamen zu einem Informationsaustausch mit Bischof Dr. Gerhard Feige, Vertreterinnen und Vertretern des Katholikenrates und Vertretern der Leitungsteams zusammen. Fragen wie „Wie funktioniert ein Synodalrat?“ oder „Wie funktionieren Leitungsteams?“ standen dabei im Mittelpunkt.

„Angesichts der immensen gesellschaftlichen Veränderungen, der Kirchenkrise in Deutschland und der besonderen Diasporasituation hier im Osten stehen wir vor großen pastorale Herausforderungen“, so Bischof Feige, „und der Frage, wie kirchliches Leben zukunftssicher gestaltetet werden kann. Die Einsetzung von Pfarrei-Leitungsteams ist dabei ein Weg.“

Die Mitglieder des Präsidiums der Diözesanversammlung Limburg konnten erfahren, welche Bedeutung das Bistum Magdeburg ehrenamtlichem Engagement zumisst. „Wir verstehen uns als Kirche von Magdeburg als eine ehrenamtlich basierte Kirche“, erläuterte Markus Konkolewski, Leiter des Prozessbereiches Kommunikation, Steuerung und Organisationsentwicklung im Bischöflichen Ordinariat Magdeburg. Mit einem Anteil von etwa 3 Prozent Katholikinnen und Katholiken auf dem Gebiet des Bistums Magdeburg gelinge kirchliches Leben nur dann, wenn man sich von vermeintlichen Selbstverständlichkeiten und gewohnten Vorstellung über das, was Kirche sei, verabschiede, führte Konkolewski weiter aus. Dieser Gedanke trage insbesondere den Weg, den das Bistum Magdeburg für die Gestaltung der Pastoral beschreitet. „Die Verantwortung für die Belange unserer Pfarreien trägt ein Leitungsteam. Dieses ist gemeinsam verantwortlich für die Grundvollzüge kirchlichen Lebens wie Verkündigung, Diakonie und Liturgie“, führte Meinolf Thorak aus, der ehrenamtlich als Vorsitzender des Kirchenvorstandes und Mitglied des Leitungsteams der Pfarrei Sankt Georg in Hettstedt tätig ist.

Mit sehr großem Interesse haben die Vertreterinnen und Vertreter des Bistums Magdeburg die synodale Struktur im Bistum Limburg wahrgenommen. „Wir haben in unserem Bistum eine lange und erfahrene Praxis der Synodalität, deren beiden Säulen die Diözesanversammlung als Vertretung der Gläubigen des Bistums und der Diözesansynodalrat als Beratungsgremium des Bischofs sind“, erläuterte Gerhard Glas, Präsident der Diözesanversammlung im Bistum Limburg. Im Zuge des Transformationsprozesses, der das Bistum Limburg neu ordnen soll, sei es ein maßgebliches Anliegen gewesen, nicht hinter die Errungenschaften der Synodalität zurück zu fallen, führten die Mitglieder des Präsidiums der Diözesanversammlung aus. „Trotz aller Herausforderungen, denen wir uns in synodalen Prozessen zu stellen haben, sind wir froh um Synodalität, wie wir sie in Limburg leben können“, betonte Gerhard Glas.

Weitere Themen des Austauschs zwischen den beiden Diözesen waren unter anderem der Synodale Weg als Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland und der anstehende Ad-limina-Besuch der deutschen Bischöfe in Rom. „Wir als Bischofskonferenz stehen intern vor großen Herausforderungen“, sagte Bischof Dr. Gerhard Feige. Der Besuch in Rom sei ein wichtiger Schritt, um die Anliegen der Kirche von Deutschland auf Ebene der Weltkirche konstruktiv ins Wort zu bringen, führte der Bischof weiter aus. Die Vertreterinnen und Vertreter der synodalen Gremien beider Bistümer verwiesen dabei einmal mehr auf die Bedeutsamkeit der Ortskirchen, die als Weg der katholischen Kirche ein besonders Gewicht haben. Die Bistümer Limburg und Magdeburg stünden jeweils vor unterschiedlichen Herausforderungen und Chancen, entscheidend jedoch sei es, um die jeweils passenden Wege zu ringen, wie die frei machende Botschaft des Evangeliums vor Ort gelebt werden kann, betonten die Vertreterinnen und Vertreter beider Diözesen.

(sus, chw; Foto: Sperling)

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