Heft zum Gottesdienst

Mehr als eine Lebensweise

Bischof: Wir alle danken für Ihr Zeugnis

Mit Festgottesdienst und Empfang hat Bischof Gerhard Feige Ehepaare geehrt, die seit 50 Jahren und länger verheiratet sind. Insgesamt folgten seiner Einladung in die Magdeburger Kathedrale St. Sebastian am Sonnabend 87 Paare aus allen Ecken der Diözese. Nicht wenige waren sogar schon 60 und mehr Jahre miteinander verheiratet.

In ihnen sieht Bischof Feige ein Zeugnis, dass ein langes, gutes Leben miteinander auch heute noch gelingen kann. Er sei zutiefst davon überzeugt, „dass unsere Welt gerade heute das Vorbild christlicher Ehen und Familien braucht“; dass das christliche Eheverständnis auf eine tiefe Sehnsucht der Menschen antworte: Das Versprechen, füreinander da zu sein, sei mehr als eine Verpflichtung und Tradition. Es wurzele „in den spontanen Neigungen des Menschen“. Dies erfordere wiederum eine sensible und wohlwollende Seelsorge, „die sich auf die Bedürfnisse und die Lebensbedingungen der Menschen einstellt und die sie auch in ihren Krisen und in ihrem Scheitern belgeitet, ohne sie zu verurteilen – aber auch, ohne das Evangelium von der Familie zu verleugnen“, sagte Bischof Feige in seiner Predigt.

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Im Glauben Christus vertrauen

Mit Blick auf das Gelingen oder Scheitern einer Ehe verwies Feige zu dem auf den Wert des christlichen Sakraments: Die eigene Kraft reiche für ein so langes Miteinander eigentlich gar nicht aus. Der Glaube der Kirche sei da ganz realistisch. Das Sakrament der Ehe, die Begegnung mit Christus in der Familie, mache Partner fähig „sich zu ertragen – einander zu vergeben – vor allem aber einander zu lieben. Echte, wahrhaftige und selbstlose Liebe „kann letztlich nur gelingen, wenn sich beide Partner immer im Glauben der Liebe Gottes anvertrauen“, versicherte der Bischof. Wer sich von ihm geliebt wisse, erfahre wahrscheinlich auch mehr als andere die Kraft, seiner eigenen Liebe dauerhaft Ausdruck verleihen zu können.

Und weiter: „Unsere Welt braucht Familien, in denen Menschen sich so Tag für Tag in das Leben einüben können.“ Familien seien Orte, an denen man so gut wie nirgendwo lernen kann, „menschlich zu leben und Konflikte zu bewältigen“. Nicht umsonst nenne man die Familie die älteste Selbsthilfegruppe der Menschheit. Selbst der soziale Frieden und der Weltfrieden stünden hier in einem Zusammenhang. „Niemand kann Frieden schaffen“, meint Bischof Feige, „der nicht im Kleinen im Frieden leben lernt – und umgekehrt strahlt der Friede, den es in einer Familie gibt, in alle Richtungen aus.“

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