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Ein Lichtblick auch für Menschen, die nicht suchen

Pontifikalamt zum Hochfest Erscheinung des Herrn in der Kathedrale St. Sebastian in Magdeburg

Fröhlich und bunt feierten die Gläubigen in der Kathedrale St. Sebastian Epiphaniasfest, das Hochfest der Erscheinung des Herrn. Mit guten Segenswünschen verabschiedeten die Sternsinger der Magdeburger Pfarreien St. Sebastian und St. Maria, die Gemeinde: „Gar viele Kinder in der Welt erleben Not und Leid. Zeigt eure Liebe hier und heut’, zum Helfen seid bereit. So segne euch der gute Gott. Er schenke Glück und Heil, sein Friede, der uns alle eint, er werde euch zuteil“.

In seiner Predigt fragte der Bischof: „Kann man religiös sein, ohne an einen Gott zu glauben? In unserer modernen Welt scheint sich so etwas inzwischen durchaus zu entwickeln. Damit aber bleibt das Thema „Religion“ nach wie vor eine aktuelle Herausforderung.“ Dabei würdigte er das Verhältnis zwischen Kirche und Staat. „Wir können uns in Deutschland glücklich schätzen, dass Religionsfreiheit als allgemeines Menschenrecht angesehen und auch von staatlicher Seite geschützt wird - unabhängig davon, ob jene, die die entscheidenden Posten innehaben, einer Kirche oder Religionsgemeinschaft angehören oder nicht“. Besonders gegenwärtig, wo Vergehen an Menschen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit zunähmen, „ist es von unschätzbarem Wert, dass die freie Ausübung des Glaubens in unserem Land ein Grundrecht darstellt.“

Mit Blick auf die neue Bundesregierung erklärte der Bischof: „Grundsätzlich betonen die Regierungsparteien in ihrem Koalitionsvertrag die Bedeutung von Kirchen und Religionsgemeinschaften 'für das Zusammenleben und die Wertevermittlung in der Gesellschaft' und formulieren darüber hinaus eine Wertschätzung für ihr Wirken. Ein solches generell positives und kooperatives Verhältnis zwischen Kirche und Staat ist keine Selbstverständlichkeit.“ Wie sich die Tatsache, dass keine christdemokratische Partei mehr an der Regierung beteiligt ist, auf das Verhältnis von Staat und Kirchen sowie Religionsgemeinschaften auswirke, müsse sich mit Blick auf manches sensible Thema indes erst noch zeigen.

An den Sterndeutern zeige sich recht deutlich, was Unterbrechung und Weltabstand – Kurzdefinitionen zum Thema Religion -  in Gang bringen können. „Sie waren Forschende, Menschen, die nach Erkenntnis strebten, die die Wirklichkeit tiefer verstehen wollten. Dabei stießen sie offenbar auf ein Phänomen am Himmel, das sie neugierig machte und in Bewegung setzte. Vielleicht waren sie auch der Überzeugung, dass sie das Letztgültige, das, was sie unbedingt angeht, gefunden haben. So jedenfalls ließe sich erklären, warum sie das Wertvollste, was sie besaßen, dem Kind in der Krippe darbrachten, sich niederknieten und dem Kind huldigten.“

„Das Fest der Erscheinung des Herrn lenkt unseren christlichen Blick auf die einzigartige und unüberbietbare Offenbarung Gottes in Jesus Christus, es weitet ihn aber auch über die Grenzen von Bethlehem hinaus für das Wirken Gottes in allen Völkern unserer Erde, innerhalb unserer Kirche und außerhalb, bei Christen und Nichtchristen, bei Suchenden und bei denen, die vielleicht gar nichts suchen. Haben wir den Mut, uns zur konkreten Menschwerdung Gottes in Jesus Christus zu bekennen, nicht arrogant und fanatisch, aber eindeutig und liebenswürdig. Erkennen wir und freuen wir uns darüber aber auch, dass Gott oftmals noch ganz andere Wege wählt, um Menschen zum Heil zu führen. Lassen wir dabei in der Unruhe unseres Herzens nicht nach, auch im eigenen Leben weiterhin den Stern zu suchen und ihm zu folgen. Und wer weiß, vielleicht werden wir dadurch selbst zu einem Stern, der anderen den Weg zur Krippe nach Bethlehem zeigt.“

Musikalisch wurde das Dreikönigsfest von den Magdeburger Dombläsern und der Frauenschola der Pfarrei Peter und Paul aus Groß Ammensleben begleitet, sowie den Sternsingern und dem Kantor und Kathedralmusiker Matthias Mück.

(sus, kna; Fotos: Sperling)

Predigt von Bischof Dr. Gerhard Feige zum Download

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