Blick in die Bibliothek

Lehmann lobt Ausstellung

Kardinal: Wir haben Pflug zu lange vergessen

Kardinal Karl Lehmann hat der Ausstellung über den katholischen Bischof Julius Pflug (1499-1564) in Zeitz hohes Lob gezollt. Die Schau über den Zeitgenossen Martin Luthers (1483-1546) passe „sehr gut in das 500-jährige Reformationsgedenken des Jahres 2017“, erklärte der frühere Mainzer Bischof beim Auftakt einer Vortragsreihe zur Ausstellung.

„Wir haben ihn als Kirche viel zu lange vergessen“, betonte Lehmann mit Blick auf die Bemühungen Pflugs, die Einheit der Kirche zu wahren. Die Schau biete nun „für die nächste Zukunft eine unerschöpfliche Quelle sowie einen untrüglichen Ansporn für den gemeinsamen ökumenischen Einsatz“. Lehmanns Ansprache wurde am Donnerstag wegen einer Erkrankung des Autors vorgetragen.

Die Ausstellung steht unter dem Motto „Dialog der Konfessionen. Bischof Julius Pflug und die Reformation“. Zu sehen ist sie bis zum 1. November im Museum Schloss Moritzburg, dem katholischen Dom Sankt Peter und Paul und der Stiftsbibliothek, die mit Pflugs umfassender Privatbibliothek als eine der wertvollsten der Reformationszeit gilt. Weiterer Ausstellungsort ist die nahe gelegene evangelische Hauptpfarrkirche Sankt Michael.

Pflug gilt als Vordenker der Ökumene und war der letzte katholische Bischof des damaligen Bistums Naumburg. Während der Reformationszeit wirkte er als von beiden Seiten geschätzter, wenngleich letztlich erfolgloser Vermittler zwischen Vatikan und Protestanten. Die Ausstellung gilt als bedeutendste ökumenische Schau zum Reformationsgedenkjahr.

Zur Eröffnung unlängst kam auch der vatikanische „Ökumene-Minister“, Kardinal Kurt Koch. Der Präsident des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen würdigte Pflug als „weisen Vermittler“, der sich intensiv um Versöhnung und Wahrung der Einheit bemüht habe. | kna

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