Mönche und Bischof beten in der Krypta die Vesper.

Memleben und sein Kloster

Gespräch über ein Kloster ohne Glauben und Suppe ohne Salz

Eine besondere Stimmung zog sich am vergangenen Donnerstag durch die Krypta des Memlebener Klosters… Bischof Gerhard Feige und Abt Michael Reepen aus Münsterschwarzach feierten gemeinsam eine feierliche Vesper in der Krypta, begleitet von drei weiteren Patres der Abtei.

Mehr als 60 Gäste waren anwesend und folgten dem benediktinischen Abendgebet. Gesang, Lesungen und Gebete ließen bei den Teilnehmern eine nachdenkliche, feierliche Grundstimmung aufkommen.

Mitunter angeregt von der durch das Fremde geweckten Neugier folgten die Gäste danach in das Dormitorium. Dort war alles für eine Gesprächsrunde mit Abt, Bischof, Stiftungsvorstand Götz Ulrich vorbereitet. MDR-Moderatorin Mechthild Baus führte gekonnt elegant durch das Gespräch. Nach einer kurzen Einführungsphase stellte sich heraus, dass ihre drei Gesprächspartner nach anfänglichen Missverständnissen inzwischen eine unkomplizierte Beziehung zueinander pflegen, die durchaus auch überraschend komische Aspekte zu Tage beförderte. So verkündeten die Medien vor Jahren mit großem Bohei die Rückkehr der Benediktiner nach Sachsen-Anhalt, offenbar unwissend, dass es schon seit Jahrzehnten das recht agile Benediktiner-Priorat im Kloster Huysburg gibt.

Vom Werden der Beziehung zwischen Memleben und Münsterschwarzach bis hin zu gewagten Zukunftsvisionen – weit über das Memlebener Klosterjahr 2018 hinaus – zeigte sich der Gesprächskreis offen, gespannt und bereit, weiter an der Entwicklung des Klosters in Memleben mitzuwirken. Dabei kam einhellig zum Ausdruck, dass auch das Baudenkmal Kloster heute eine Brücke zum Glauben bilden kann, ohne dass dauerhaft Benediktiner oder andere Kirchenmänner und -frauen anwesend sein müssten. Denn außer dem Glauben oder der Beziehung zum Christentum, die die Gesellschaft vor Ort prägen, sind es auch wirtschaftliche Aspekte oder der Einfluss auf die Bildung, wie seit über 1000 Jahre, die ein Kloster auf die Region und die Gesellschaft wirken lassen.

Eine kleine Weinverkostung mit mediterranem Buffet zur Erinnerung an die Herkunft des heiligen Benedikts rundete den Abend ab und ließ ausreichend Spielraum für angeregte Gespräche und den Genuss von Saale-Unstrut-Wein.

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