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Die Herzen der Menschen erreichen

Schwester Nenlidang Gochin zu Besuch zum Weltmissionstag im Bistum Magdeburg

Im Vorfeld des  Weltmissionssonntags am 24. Oktober ist Schwester Nenlidang Gochin aus Nigeria im Bistum Magdeburg zu Besuch. Bei ihrem Gespräch mit Bischof Dr. Gerhard Feige erzählt die 43-jährige Franziskanerin von ihrem Engagement im krisengeschüttelten Heimatland. Seit 2001 seien in Nigeria gewalttätige Konflikte zwischen den verschiedenen Religionen entbrannt. Die Schwester engagiert sich intensiv in der Damietta-Friedensinitiative zur Förderung des interreligiösen Dialogs für einen nachhaltigen Frieden.

Sie möchte die Herzen der Menschen erreichen. Sie dafür gewinnen, in einem spannungsreichen Umfeld Konflikte friedlich zu lösen. Dafür engagiert sich die Schwester Nenlidang Gochin in der krisenerschütterten Stadt Jos. „Wir wollen Vertrauen zwischen Christen und Muslimen aufbauen, gute Beziehungen in Gemeinden stärken und damit die Grundlage für einen nachhaltigen Frieden legen“, erklärt die Franziskanerin.

Der multireligiöse Vielvölkerstaat zeichnet sich durch unerschöpflichen kulturellen Reichtum und große religiöse Spiritualität aus. Er ist einer der größten Erdölproduzenten Afrikas und neben Südafrika größte Volkswirtschaft des Kontinents.

Dennoch lebt die Mehrheit der über 200 Millionen Nigerianer in bitterer Armut. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Korruption uferlos. Verteilungskämpfe entladen sich in gewaltsamen Konflikten, sind zunehmend ethnisch-religiös gefärbt. Islamistische Gruppen wie Boko Haram verbreiten Terror. Überfälle und kriminelle Entführungen nehmen stark zu. Zuletzt sind immer öfter Schulkinder betroffen gewesen. Streit um Land und Wasser eskalieren oft in Gewalt. Bei Konflikten zwischen Viehhirten der muslimischen Fulani und Bauern, meist Christen, sind Tausende Menschen ums Leben gekommen. Schnell ist in dem Land, in dem annähernd so viele Christen wie Muslime leben, von „Religionskrieg“ die Rede.

Die Initiative Damietta ist ein franziskanisches Friedensprojekt für Afrika, das historisch auf ein Treffen von Franz von Assisi mit Sultan al-Kamil in Ägypten im Jahr 1219 zurückgeht. Heute sind in der Initiative in Jos besonders Frauen aktiv, erzählt die Franziskanerin. „Christliche und muslimische Frauen sind Teil unserer Aktivitäten. Speziell engagieren sich Witwengruppen, die jungen drogenabhängigen Menschen helfen, sich wieder mit ihren Familien zu versöhnen.“ Zu den Aktivitäten der Initiative gehören aber auch Schlichtungsteams in verschiedenen konfliktreichen Gemeinden, um Spannungen zu beobachten und einen Dialog herzustellen, bevor die Lage eskaliert. Es sind solche interreligiösen Initiativen an der Basis, die Gewalt verhindern und langfristig zu einem friedlichen Zusammenleben beitragen können. „Ich bin glücklich, wenn ich sehe, wie polarisierte Gemeinschaften sich nach einem langen Prozess des Aufbaus von Vertrauen versöhnen“, sagt die Schwester.

Schwester Nenlidang Gochin ist noch bis zum 18. Oktober im Bistum Magdeburg unterwegs und trifft neben einigen Schulklassen, den Vorstand der kfd sowie Mitarbeiter des Antirassismus-Projekts der Katholischen Erwachsenenbildung und Menschen aus den Gemeinden in Schönebeck und Halle. Begleitet wird die Franziskanerin von dem Missio-Intensivpraktikanten Hamza Kadiri, der in Aachen Maschinenbau studiert und ganz im Sinne des interreligösen Dialog-Anliegens als Muslim mit ihr auf ihrer Reise durch Deutschland dabei ist und Fragen stellt sowie Antworten sucht.

Wenn Sie Schwester Nenlidang Gochin und ihr Friedensprojekt unterstützen möchten:

Spendenkonto:
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Verwendungszweck  „VCP21005“
IBAN DE23 3706 0193 0000 1221 22

Mehr zur missio-Aktion auf der Website: www.missio-hilft.de/wms

Foto (v. links): Missio-Intensivpraktikant Hamza Kadiri, Übersetzerin Susanne Wienholt-Kall, Bischof Dr. Gerhard Feige, Schwester Nenlidang Gochin und die Missionbeauftragte des Bistums, Maria Faber.

(sus; Foto: Sperling)

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