Alle 3788 Pfeifen der Eule-Orgel gereinigt

Zeit für die lange Nacht der Orgelimpressionen in der St. Sebastian-Kathedrale

Am Samstag, 2. Juni von 19:30 Uhr bis 22 Uhr kommen die 3788 Pfeifen, 56 klingende Register verteilt auf drei Manuale und Pedal der Eule-Orgel zum, Einsatz. Die lange Nacht der Orgelimprovisation ist der geeignete Moment, die erfolgreich gereinigte und renovierte Orgel in der Kathedrale St. Sebastian zum Erklingen zu bringen.

Sechs Wochen lang wurde jede Pfeife einzeln ausgebaut und professionell gereinigt. Danach musste die Orgel wieder Intoniert werden, also jede der knapp 4000 Pfeifen klanglich auf den Kirchenraum abgestimmt werden. Nun kann die Königin der Instrumente von den Musikern Gerben Mourik aus den Niederlanden, Christian Groß und Martin Sturm aus Leipzig zur Freude der Gäste nach Herzenslust bespielt werden. Drei hervorragende junge international anerkannte Organisten, die abwechselnd in einem fast 3 stündigen Konzertabend mit ihren Improvisationen über Choräle, Texte und Stummfilm ihr Können präsentieren.

Denn kaum etwas anderes kann die Seele so sehr ergreifen, bewegen und verändern wie die Musik. „Wenn wir singen, vertreiben wir die Nacht“, heißt es in einem alten Hymnus (aus der Schule des hl. Ambrosius). Durch die Musik werden wir in einer Tiefe des Menschseins angerührt, die sich dem rationalen Verständnis entzieht. Musik eröffnet Welten, die unseren Horizont überschreiten und zu Staunen und Dankbarkeit führen.

Wie sagte schon Bischof Dr. Gerhard Feige zur Weihe der Orgel im Jahre 2005: „Darüber hinaus kann man die Orgel in ihrem Aufbau und in ihrer Funktion auch als einen Ausdruck für die Wirklichkeit der Kirche ansehen. Da ist zum einen das Pfeifenwerk, das in einzelne Register gegliedert ist. Die Klänge dieser Pfeifen können sehr unterschiedlich sein: laut, leise, hoch, tief, schrill oder dumpf – je nach Beschaffenheit. Manche Pfeifen sind gedeckt, manche spitz zulaufend. Einzelne sind weithin im Prospekt sichtbar, die meisten aber stehen unsichtbar auf der Windlade im Gehäuse. Bestimmte Reihen von Pfeifen gehören zusammen und unterscheiden sich von anderen Pfeifenreihen. So ergibt sich ein wunderbares Bild von der Einheit der Kirche in Vielfalt, in der jedes einzelne Element, jeder einzelne Klang an seinem Platz unverzichtbar ist für den Gesamtklang.

Und dann die Windladen – der Unterbau des Pfeifenwerks. Sie sind das Herzstück der Orgel. Alle Pfeifen stehen mit ihnen durch Ventile in Verbindung. Wenn ein Ton erklingen soll, wird durch den Druck der Klaviaturtaste das Ventil geöffnet und Luft bzw. „Wind“ in die einzelne Pfeife geblasen. Im übertragenen Sinne gedeutet, könnte man sagen: Die Gaben, die ureigenen Klänge der einzelnen Gläubigen, werden durch den „Hauch des Windes“, des Heiligen Geistes, hervorgebracht. Die Kirche ist somit nichts Starres und keine rein menschliche Einrichtung. Der göttliche Geist ist es, der Leben verleiht, das Ganze aufbaut und den vollen Klang ermöglicht – zum Lobe Gottes und zur gegenseitigen Freude und Stärkung.“

Alle sind herzlich zu der „Langen Nacht der Orgelimprovisation“ nach Magdeburg eingeladen.

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