Bistumskarte

Können viel voneinander lernen

Weihbischof Hubert Berenbrinker überbringt Grüße des Paderborner Erzbischofs

„Nach wie vor ist die Partnerschaft und Freundschaft unserer Bistümer auf allen Ebenen eng, herzlich und rege”, so Erzbischof Hans-Josef Becker in seinem Grußwort zur Feier des 25-jährigen Bestehens des Bistums Magdeburg. Weihbischof Hubert Berenbrinker überbrachte gemeinsam mit einer Delegation aus dem Erzbistum Paderborn die Glück- und Segenswünsche von Erzbischof Becker. Der Paderborner Erzbischof ist Metropolit der mitteldeutschen Kirchenprovinz, zu der das Bistum Magdeburg gehört. Mit einem Festakt wurde am Samstag in der Kathedrale St. Sebastian der Gründung des Bistums Magdeburg vor 25 Jahren gedacht. Unter dem Motto „25 Jahre couragiert unterwegs“ hatte Magdeburgs Bischof Dr. Gerhard Feige dazu eingeladen. Auch die traditionelle Bistumswallfahrt auf die Huysburg am Sonntag stand im Zeichen der Bistumsgründung vor einem viertel Jahrhundert und fand mit Paderborner Beteiligung statt.

„Ich freue mich sehr, dass wir umeinander wissen, voneinander lernen und miteinander beten und feiern dürfen“, sagte Weihbischof Hubert Berenbrinker im Namen des Paderborner Erzbischofs beim Festakt. An der Veranstaltung nahmen zahlreiche prominente Gäste aus Kirche und Politik teil, unter ihnen Nuntius Erzbischof Nikola Eterovic, Erzbischof Reinhard Kardinal Marx als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, die evangelische Landesbischöfin Ilse Junkermann und Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch.

Im Hinblick auf Diaspora-Erfahrungen schrieb Erzbischof Becker, es komme darauf an, sich zunehmend gegenseitig zu bestärken und zu unterstützen. Der Austausch und das Gespräch und die damit verbundenen Begegnungen seien „ein schöner ‚Aufbau West‘ in Sachen Diasporatheologie und Religionspädagogik“, für die er dankbar sei. „Als Paderborner können wir noch viel von der ‚qualifizierten Minderheit‘ lernen.“ „Bleiben wir einander verbunden, helfen wir einander, lernen wir voneinander und beten wir füreinander!“ schloss er sein Grußwort.

Verbindung zwischen dem Bistum Magdeburg und dem Erzbistum Paderborn

Eine gemeinsame Geschichte verbindet das Bistum Magdeburg und das Erzbistum Paderborn: Die Geschicke beider Bistümer waren erstmals im 17. Jahrhundert verknüpft, spätestens seit 1821, als Magdeburg der Verwaltung durch das Bistum Paderborn zugeteilt wurde. Seit über 20 Jahren wird diese historische Verbundenheit in einer offiziell besiegelten Partnerschaft gelebt.

Im Jahr 968 wurde Magdeburg als Erzbistum errichtet, ging aber während der Reformation mitsamt seinen zugeordneten Bistümern unter. Die Folge war eine wechselvolle Geschichte kirchlicher Zuordnung. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden Paderborner Fürstbischöfe mit der Sorge für das Magdeburger Gebiet betraut. 1821 regelte das von Papst Pius VII. erlassene Schreiben „De Salute Animarum“ schließlich, dass das „Kommissariat Magdeburg“ dem Bischof von Paderborn zur ständigen Verwaltung übergeben wurde.

Durch die Teilung Deutschlands im Jahr 1949 wurde der Kontakt zwischen dem Ostteil, dem erzbischöflichen Kommissariat, und dem Westteil des Erzbistums Paderborn schwieriger. Ab 1949 wurde ein zweiter Weihbischof mit Sitz in Magdeburg ernannt, der den Erzbischof im Ostteil vertrat. Bis Mitte der 1950er Jahre gingen immer noch Neupriester aus dem Westen in das Kommissariat Magdeburg, um hier ihren Dienst zu tun. 1973 wurde mit Bischof Johannes Braun ein apostolischer Administrator für das nun neu errichtete Bischöfliche Amt Magdeburg ernannt.

Mit der Wiedervereinigung Deutschlands begann ein neues Kapitel: Kurz nach dem Mauerfall nahm das Diözesankomitee im Erzbistum Paderborn als Vertretung der Laien Kontakt zu den katholischen Laien im „Bischöflichen Amt Magdeburg“ auf. Der nächste Schritt war der 8. Juli 1994: Magdeburg wurde ein eigenständiges Bistum und dem Erzbistum Paderborn als Suffraganbistum zugeteilt. Diese lange historische Verbundenheit wurde mit einer Partnerschaft offiziell gemacht: Am 30. Oktober 1994 unterzeichneten der Magdeburger Bischof Leo Nowak und der Paderborner Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt eine Partnerschaftsurkunde.

Um die Partnerschaft mit Leben zu füllen, wurden konkrete Vereinbarungen getroffen: Die Liborius-Kapelle im Roncalli-Haus in Magdeburg und eine Wandtafel, die im Kreuzgang des Hohen Domes in Paderborn hängt, sind bleibende Zeichen der Verbundenheit. Gegenseitige Einladungen zum Liborifest und zur Wallfahrt des Bistums Magdeburg auf der Huysburg gehören ebenso zur Partnerschaft wie jährliche gemeinsame Sitzungen der Geistlichen Räte beider Bistümer. An den Tagungen der Priesterräte beider Bistümer nimmt jeweils ein Vertreter aus dem Priesterrat des Partnerbistums teil. Ebenso arbeiten die Hauptabteilungen des Erzbischöflichen Generalvikariates Paderborn und des Bischöflichen Ordinariats in Magdeburg, die Diözesan-Caritasverbände oder die Laiengremien zusammen.

Im Juli 2009 wurde vom Magdeburger Bischof Dr. Gerhard Feige und vom Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker eine aktualisierte Vereinbarung unterzeichnet. Sie stärkte die bestehenden Kooperationen und machte die Pflege der Partnerschaft ganz offiziell zur „Chefsache“, indem sie in die Hände der Generalvikare gelegt wurde.

(pdp/Foto: Sperling)

Grußwort von Erzbischof Becker

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