Bistumskarte

Wahrheit in die Gesellschaft tragen

Feier des Patronatsfestes in der Kathedrale St. Sebastian

Passend zum Patronatsfest des Heiligen Sebastians wurde eine mit Pfeilen durchbohrte Statur des Märtyrers im Altarraum der Kathedrale aufgestellt. Der Grund dafür: Die sich eigentlich im Altarraum befindende Skulptur des Mannes wurde noch von den Weihnachtsbäumen verdeckt.

Doch brauchen wir solche Figuren überhaupt, um den Heiligen zu gedenken oder dienen sie mehr einer Art von Tourismus? Ist sie nicht nur eine von vielen anderen Figuren, die bei einem Teil der Bevölkerung keine Bedeutung mehr spielt?

Mit diesen Fragen leitet Dompropst Reinhold Pfafferodt seine Predigt ein und stellt fest, dass es nicht die Figur ist, die uns beeindrucken soll, sondern dass wir durch die Figuren der Heiligen ihr Handeln als Vorbilder erkennen können.

Im Falle des Heiligen Sebastians heißt das, den Glauben in die Welt und in die Gesellschaft zu tragen und durch individuelles Handeln nach eigenem Gewissen auf die Gesellschaft einzuwirken. Da dies nicht immer deckungsgleich mit den eigenen Vorstellungen sein kann, müssen teilweise auch Kompromisse eingegangen werden. So war auch der Heilige Sebastian Diener in der kaiserlichen Armee. Dennoch gibt es bei allen Kompromissen eine Grenze, bei der das Gewissen durch persönliche Erfolge und Vorteile zurückgedrängt wird. Da das reine Gewissen immer die Oberhand behalten sollte, darf diese Grenze nicht überschritten werden. Das war, ist und bleibt eine Herausforderung für jeden Menschen. So auch für Sebastian, der, obwohl er als Soldat Diener des Kaisers war, gegen eben diesen Rebellierte, da nach seinem Gewissen Gott eine größere Bedeutung hat, als der Kaiser.

Das persönliche Gewissen kann auch als die persönliche Wahrheit verstanden werden, die nicht verschwiegen werden darf. Der heilige Sebastian zahlte für diese Wahrheit sogar mit dem Leben, da er sein Gewissen nicht zurückstellte, auch dann nicht, als ihn die Macht, die er durch sein Amt als Soldat innehatte, dazu verleiten hätte können.

Der Tag des Heiligen Sebastians gibt uns Christen die Möglichkeit zu schauen, wo und wie wir unseren Glauben und unsere Wahrheit in die Gesellschaft einbringen können. Sein Vorbild „Gibt uns Kraft auf unsrer Bahn“. So jedenfalls lautet ein Vers aus dem Lied des Heiligen Sebastians, gedichtet auf die Melodie von „Großer Gott wir loben dich“, das der Kathedralchor, der unter der Leitung von Kathedralmusiker Matthias  Mück den Gottesdienst mitgestaltet hat, als Mutmacher am Ende des Hochfestes mit der Gemeinde sang. (TT)

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