Ernstfall des Glaubens

Neues Pfarreileitungsteam in Hettstedt beauftragt

Mit einem feierlichen Gottesdienst hat Bischof Gerhard Feige Annette Stezycki, Simone Thorak, Egbert Grodofzig, Meinolf Thorak und Pfarrer Johannes Zülicke als Moderator die Verantwortung für die Seelsorge in der Pfarrei St. Georg Hettstedt übertragen. Als neues Pfarreileitungsteam Hettstedt setzen sie gemeinsam ein Zeichen dafür, dass sie dem Leben der Menschen in ihrer Pfarrei dienen wollen.

Bezugnehmend auf das Evangelium nach Johannes und die Kirchenkonstitution „Lumen gentium“ (32) haben nicht nur Priester und Ordensleute eine Berufung, sondern alle Getauften. „Wenn also in der Kirche nicht alle denselben Weg gehen, so sind doch alle zur Heiligkeit berufen und haben den gleichen Glauben erlangt. Mit anderen Worten: Es geht dem Konzil auch darum, den „geistlichen Grundwasserspiegel“ der Gläubigen zu heben, indem es ihnen ihre Taufwürde und ihre Verantwortung wieder neu bewusst macht.“

Bischof Feige ging in seiner Predigt auch auf die Sorgen und Ängste der Gemeinde ein: „Wenn sich Liebgewordenes verändert, ist uns das zumeist nicht gleichgültig. Angst kann aufkommen, auch Trauer und sogar Wut. Das betrifft auch die Veränderungen, die Sie in Ihrer Pfarrei schon eine Zeitlang erleben. Das löst viele Fragen und Befürchtungen aus.“

Diese Fragen und Ängste will der Bischof den Gläubigen der Pfarrei nicht ausreden: „Es wird Ihnen tatsächlich etwas zugemutet. Und es wird unserem ganzen Bistum etwas zugemutet, wenn wir sehen, dass es immer weniger Priester und Diakone gibt, aber auch andere pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen. Zudem nehmen wir an der schwierigen Bevölkerungsentwicklung unserer Region teil und werden aus verschiedenen Gründen insgesamt auch noch weniger und älter werden. Das geht an die Substanz. Da gibt es nichts zu verklären. Da gilt es, sich die Not einzugestehen.“ Diese Zumutung birgt aber auch Mut zur Verantwortung in sich. Sie beinhaltet den Ernstfall des Glaubens und die Hoffnung auf Beistand durch den Heiligen Geist.

„Wenn ich gleich fünf Personen damit beauftrage, die Verantwortung für die Seelsorge zu übernehmen, dann ist das keine Notlösung, weil es eben keinen Pfarrer mehr gibt. Es liegt vielmehr in der Logik der Taufe, mit der Ihnen und uns allen der Heilige Geist geschenkt worden ist. Und es folgt der Spur des Zweiten Vatikanischen Konzils, das uns diese Geistbegabung wieder neu vor Augen führen will.“

„Gott mutet uns allen zu, zu entdecken, aus welcher Hoffnung wir leben und wie diese Hoffnung im Leben einer Pfarrei dann eine konkrete Gestalt finden kann. Das neue Team wird vor allem auch dafür stehen und Sie dazu ermutigen, das zu tun, wozu Sie alle berufen sind.“

Auch dem neue Pfarreileitungsteam spricht der Bischof Mut zu: „Es gibt jemand, der Sie in dem, was auf Sie zukommt, tragen und halten wird. Sie haben Grund zur Hoffnung. Der Beistand, der Heilige Geist, will Ihnen immer tiefer bewusst machen, was Glauben bedeutet, wie Sie diesen Glauben hier in der Pfarrei Hettstedt miteinander teilen und feiern können und wie Sie ihn unter den Menschen Ihrer Stadt und im Mansfelder Land bezeugen können. Alle sind Sie dazu berufen, das zu tun, was Jesus Christus selbst auch getan hat: Geborgen in der Liebe zu Gott hat er alles daran gesetzt, den Menschen, denen er begegnete, das Herz für diese Liebe zu öffnen. Er hat sie geheilt, er hat sie aufgerichtet, er hat ihnen spürbar gezeigt, dass sie niemals allein sein werden.“

Foto (von links)des neuen Pfarreileitungsteams: Egbert Grodofzig, Meinolf und Simone Thorak, Bischof Gerhard Feige, Annette Stezycki und Pfarrer Johannes Zülicke. | Eckhard Pohl. Mit freundlicher Genehmigung der Kirchenzeitung Tag des Herrn. www.tag-des-herrn.de, Alle Rechte vorbehalten. © St. Benno-Verlag, Leipzig.

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