Bistumskarte
Kerze im Dunkel
Foto: Monika Wagmann

Mit zugewandter Lebensweise

Pfarrer i. R. Herbert Nowak verstorben

Der allmächtige Gott hat am 8. Juni 2019 seinen treuen Diener, Pfarrer i. R. Herbert Nowak im Alter von 77 Jahren in sein ewiges Reich gerufen.

Herbert Nowak wurde am 28.09.1941 in Lutherstadt Wittenberg als jüngstes von fünf Kindern geboren. Sein Vater starb bereits 1943. In Wittenberg besuchte Herbert Nowak die Grundschule. Nach dem Abschluss des 8. Schuljahres begann er eine dreijährige Ausbildung als Elektromonteur und arbeitete anschließend zwei Jahre lang in diesem Beruf. Angeregt durch seine Seelsorger wuchs in ihm der Wunsch, Priester zu werden. So trat er 1961 ins Norbertuswerk in Magdeburg ein und legte dort das Abitur ab. Nach dem Theologiestudium und der Seminar-Ausbildung in Erfurt folgte die pastoral-praktische Ausbildung im Priesterseminar auf der Huysburg. Am 24.06.1972 wurde Herbert Nowak in der Propsteikirche St. Sebastian in Magdeburg von Bischof Johannes Braun zusammen mit zwei Mitbrüdern zum Priester geweiht.

Seinen pastoralen Dienst begann er 1972 als Vikar in Helbra. Fünf Jahre später ernannte Ihn Bischof Braun zum Rektor des St.-Michaels-Hauses in Roßbach und gleichzeitig zum Kuratus der Kuratie Freyburg. Seine offene, zugewandte Lebensweise, mit der er sich immer wieder auf Menschen einließ, hat viele im Jugendhaus positiv geprägt. Die Umgestaltung der neugotischen Kirche in Roßbach zur St.-Elisabeth-Kirche des Jugendhauses trägt bis heute seine Handschrift.

Bezeichnend für Herbert Nowak war seine selbstverständlich praktizierte Frömmigkeit, verbunden mit Frohsinn und mit sportlichem Interesse, besonders am Fußball. Sein Humor zeigte sich auch in der Kunst, Witze zu erzählen. Das trug ihm schon bald den Spitznamen ein, unter dem ihn viele kennen: Schote.  

Ab 1985 war Herbert Nowak als Pfarrer in verschiedenen Gemeinden der heutigen Pfarrei Edith Stein, Wolfen-Zörbig, tätig: zunächst in Raguhn, ab 1990 in Greppin und in der Pfarrei Heilig Kreuz in Wolfen, schließlich ab 1993 auch in Jeßnitz. Ein Geschenk für ihn war der bleibende Kontakt mit der ehemaligen Jugendband, die er in Wolfen begleitet hat.

Bischof Leo Nowak ernannte Herbert Nowak 1997 zum Pfarrer der Pfarrei St. Jakobus in Zerbst. Im Jahr 2002 wurde er Pfarrer der Pfarrei St. Mathilde in Quedlinburg. Bereits ein Jahr später wechselte er aber von Quedlinburg nach Elsterwerda.

Im Rahmen der Umsetzung des Pastoralen Zukunftsgesprächs wurde die Pfarrei Elsterwerda ab 2007 Teil des Gemeindeverbunds Lauchhammer-Elsterwerda-Hohenleipisch-Ortrand, der späteren neuen Pfarrei St. Hedwig, Lauchhammer. Herbert Nowak hat schweren Herzens auf seine Zuständigkeit als Pfarrer verzichtet und war fortan als Kooperator in Elsterwerda tätig. Die inhaltlichen und strukturellen Veränderungen im Bistum haben ihn nicht überzeugt. Seine kritische Sicht hielt er nicht verborgen; aber loyal tat er weiterhin seinen Dienst. Von seiner überlegten, praktischen Arbeitsweise zeugt auch die Sanierung der Kirche in Elsterwerda, die Pfarrer Nowak leitete.

2011 begann für Herbert Nowak der Ruhestand. Er zog nach Seeburg am Süßen See. Die Lage seiner Wohnung in Sichtweite des Sees hat er genossen. Er hatte sein Leben lang eine Vorliebe für Freizeit und Urlaub auf dem Wasser, etwa beim Angeln oder beim Segeln. Gern erzählte er von Urlaubsreisen mit Gemeindemitgliedern auf einem Segelschiff an der kroatischen Adria.

So weit es seine Kräfte zuließen, unterstützte er im Ruhestand die zuständigen Seelsorger und feierte in den umliegenden Gemeinden – so auch in Helfta – die Eucharistie.

Krankheitsbedingt wurde seine Bewegungsfreiheit mehr und mehr eingeschränkt. Unterstützt durch seine Hausfrau, blieb er bis in die letzten Tage in seiner Wohnung und war dankbar für manchen Besuch. Noch immer zeigte sich seine lebensbejahende, gläubige Grundhaltung, mit der er schließlich am Vorabend des Pfingstfestes in das neue Leben hinübergegangen ist. (Raimund Sternal)

Das Requiem für Pfarrer Herbert Nowak feiern wir am Sonnabend, dem 15.06.2019, um 10:00 Uhr in der Kloster-Kirche St. Maria in Helfta im Süden der Lutherstadt Eisleben. Die Beerdigung findet anschließend gegen 11:30 Uhr auf dem Friedhof in Seeburg statt.

Lasst uns unseres verstorbenen Mitbruders im Gebet und bei der Eucharistiefeier gedenken!

Magdeburg, 11. Juni 2019

Dr. Gerhard Feige
Bischof

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