Bistumskarte

Hymnus an die göttliche Schönheit und Treue

Primiz-Feier von Neupriester Dr. Jürgen Wolff in der Heilig Kreuz Kirche der Pfarrei Carl Lampert, Halle/Saale

„Mein Herz ist gar nicht groß genug, um die letzten 24 Stunden völlig zu erfassen“, strahlt Dr. Jürgen Wolff nach seiner Primiz-Feier in seiner Heimatkirche Heilig Kreuz in Halle/Saale. Nur einen Tag vorher war er von Bischof Dr. Gerhard Feige zum Priester geweiht worden. Sichtlich nervös begann er seine erste offiziell in einer  Gemeinde gehaltene Messe, doch schon nach wenigen Minuten überwog die unübersehbare Freude.

Sein ehemaliger Erfurter Professor, Dr. Notger Baumann, der nun Professor für Kirchengeschichte und Patrologie an der Theologischen Fakultät Fulda ist, hielt die sehr persönliche Predigt über Augustinus und die Treue, die Zweifel und die göttliche Schönheit.

Wolff, der als Spätberufener erst in seinem „2. Leben“  seine Berufung zum Priester gefunden hat, habe ähnliche Erfahrungen gemacht wie Augustinus, der rückblickend feststellte,  „dass er Gott immer wieder ausgewichen ist, sich von ihm abgewandt, ihm anderes und andere vorgezogen hat.“ Dennoch sei eins deutlich geworden: „Gott kann warten; er ist treu; er bleibt dran.“ Und genau diese Treue Gottes hat sich Wolff zum Primizspruch ausgewählt: Πίστος ὁ θεός – Treu ist Gott.“

Wie Augustinus im 10. Buch der Bekenntnisse beschreibt, „hat er zunächst gehofft, dass die Beziehung zu Äußerem seine Sehnsucht nach Glück und Erfolg erfüllen kann. Er wendet sich (1) der Welt und ihren Reizen zu. Sie erweist sich aber als unbeständig. So sucht er (2) in seinem Innern. Da scheint anfangs die Wahrheit auch erreicht. Aber: Die Unruhe seines Fragens bleibt. Augustinus muss sich (3) für Transzendentes, Übersteigendes, öffnen. Die Wendung nach innen wird noch überschritten. Der Sucher muss über sich hinausgehen. In Gott, auf den hin er sich übersteigt, hat alles Wahre seinen Grund. Gott wohnt tiefer in seinem Inneren als sein Innerstes, Gott ist höher als seine höchste Kraft“, so Baumann. Augustins Ausführungen gipfeln in einem wunderbaren Hymnus an die göttliche Schönheit.

Predigt von Prof. Dr. Notker Baumann zum Download

(Sus/Foto:Sperling)

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