Bistumskarte

Sie haben ihren Gottesauftrag erfüllt

Nach 130 Jahren verlassen die Schwestern aus Altersgründen das Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara in Halle (Saale)

Genau 130 Jahre ist es her, dass vier junge Schwestern nach Halle gereist sind, um in der Saalestadt ihren aufopferungsvollen Dienst in der Krankenpflege zu beginnen. Mit dem 31. Januar 1891 ist auch das exakte Datum verbürgt, an dem die jungen Frauen aus einer noch relativ jungen katholischen Gemeinde im schlesischen Neiße in das wirtschaftlich aufstrebende Halle  gekommen sind - es ist quasi das Gründungsdatum des heutigen Elisabeth-Krankenhauses.

Nun, nach über einem Jahrhundert aufopferungsvoller Tätigkeit für die Kranken der Stadt, nehmen die Schwestern von der heiligen Elisabeth Abschied - nicht nur vom Krankenhaus und ihrer Tätigkeit dort, sondern auch von Halle. Die heute noch verbliebenen 16 Ordensschwestern, von denen die Älteste über 90 Jahre alt ist, gehen nun nach einem überaus arbeitsreichen Leben in verdiente Altersruhe, die sie an einem Ort ihrer Wahl verbringen.

Der Abschied der Schwestern vom aktiven Dienst in Krankenhausarbeit und Seelsorge bietet  zugleich einen willkommenen Anlass für einen Rückblick auf das jahrhundertelange Wirken der Schwestern in der Stadt. „Die 1891 neu angekommenen  vier Ordensschwestern wohnten zunächst in zwei winzigen Zimmern im Graseweg und arbeiteten unentgeltlich in der ambulanten Pflege von Kranken gleich welchen religiösen Glaubens“, erzählt Oberin Schwester Dominika Kinder von der Kongregation der Schwestern der heiligen Elisabeth und seit 18 Jahren Provinzoberin, von den Anfängen.

Nachdem im Jahr 1894 das Sankt-Elisabeth-Haus auf der Südseite der Mauerstraße als Pflege- und Betreuungseinrichtung für kranke Kinder errichtet worden war, folgte 1896/97 der Bau des großen Krankenhauses für 80 bis 100 Patienten. Der Neubau wurde am 8. September 1897 feierlich eingeweiht. Doch schon 1903 genügte das St. Elisabeth-Krankenhaus den wachsenden Anforderungen nicht mehr, so dass es durch einen Anbau, dem Westflügel, vergrößert werden musste.

„Für kranke Kinder allerdings war der Ort mitten im Zentrum nicht  geeignet, denn in der industriell aufstrebenden Stadt waren  Luftverschmutzung  und Lärmbelastung groß“, so Dominika Kinder. Daher wurde 1904 am Stadtrand in der Barbarastraße ein Grundstück erworben  und dort ein Kinderkrankenhaus gebaut, das in besserer Lage und auch großräumiger war.

Für die zahlreicher werdenden Ordensschwestern indes entstand 1926 ein Wohnhaus als  Klostergebäude, das  den Elisabeth-Schwestern heute noch als Heimstatt dient. Es wurde nach Entwürfen des halleschen Architekten Paul Fischer auf der Innenseite des Grundstückes an der Mauerstraße im neobarocken Stil errichtet. Zwei Jahre später folgte  ein großer Neubau des Krankenhauses entlang der Mauerstraße, der 1928 in Betrieb genommen wurde.

Bis zum heutigen Tage haben die Schwestern von der heiligen Elisabeth im Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara ihren Dienst am Patienten, in der Seelsorge und auch am Elisabeth-Tisch getan. Doch mit den Jahren, so die Oberin, seien immer weniger Frauen in den Dienst des Ordens getreten, so dass nun die Nachfolge nicht mehr gegeben sei. 

 „Nach langer Überlegung haben wir uns schweren Herzens zum Abschied entschlossen“, so die Oberin, die sich sicher ist, dass das Krankenhaus auch weiterhin die Werte der christlichen Schwestern hochhalte. „Was die Schwestern geschaffen haben, ist nicht vorbei“, sagt Dominika Kinder. Dem pflichtet Geschäftsführer Thomas Wüstner bei: „Die Philosophie, die Weltanschauung und der christliche Geist der Schwestern von der heiligen Elisabeth bleiben für immer in unserem Haus“, so Wüstner. Er verweist auf das ganzheitliche Konzept des Krankenhauses verweist, weit über die medizinische Behandlung hinaus.

Am 24. Mai wird es für die Schwestern einen Abschiedsgottesdienst geben, im Juni erfolgt der Auszug der Schwestern - sie haben ihren Gottesauftrag erfüllt.

(Katja Pausch,mz; Foto: Silvio Kison)

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