Kerze im Dunkel
Foto: Monika Wagmann

Sie hat mit ihren Ideen für die pastorale Arbeit die Pfarrer und Vikare infiziert

Magdalena Kupczyk verstorben

„Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt.“ (Joh 4,14)

Magdalena Kupczyk hat sich den oben zitierten Satz aus dem Johannesevangelium ausgesucht als Lichtstrahl für ihr Leben und Sterben.

In Hötensleben kam sie am 24. März 1937 zur Welt; im Krankenhaus in Wernigerode ist sie am 4. April 2018 gestorben. Ihr Leben hat deutliche Spuren hinterlassen, vor allem bei Kindern und Jugendlichen.

Angeregt durch das Beispiel der Seelsorgehelferin in ihrem Heimatort, Frau Stebis, begeisterte sie sich für den Beruf, der heute „Gemeindereferentin“ heißt. Sie verließ ihren Büroplatz als Kaufmännische Angestellte und ging ins Seelsorgehelferinnen-Seminar nach Magdeburg. Im Jahr 1960 schickte sie Weihbischof Friedrich Maria Rintelen in die St. Mariengemeinde nach Schönebeck. Hier hat sie 37 Jahre lang gewirkt und vielen Menschen, vor allem den Kindern und deren Eltern, die Herzen für die „Quelle, deren Wasser ewiges Leben schenkt“ geöffnet.

In Schönebeck war Magdalena Kupczyk der fleißigste und zugleich der beständigste Teil des pastoralen Personals. Die Pfarrer wechselten, mehr noch die Vikare; die Gemeinde-Referentin hielt die Stellung. Immer wieder musste sie sich an neue „Chefs“ gewöhnen und die Pfarrer und Vikare an sie. Während ihrer aktiven Zeit hat sie vier Pfarrer erlebt, d. h. sie musste sie aushalten und auch umgekehrt. Zugleich hat sie mit ihren Ideen für die pastorale Arbeit die Pfarrer und Vikare infiziert. Es war ein Geben und Nehmen, ein Ertragen und Beschenken. Lange Zeit war der gemeinsame Mittagstisch und das sonntägliche Frühstück in ihrer Wohnung eine Quelle für das gemeinsame Tun in der Pfarrei.

Viel Aufmerksamkeit und Zeit und Können widmete sie der Vorbereitung und Durchführung der Religiösen Kinderwochen. Unter ihrer Leitung waren die Schönebecker Kinder zwei Wochen im Zeltlager auf der Huysburg. Der Elterntag dort führte Erwachsene und Kinder in jedem Jahr zu froher Gemeinschaft zusammen und leibhaft konnte die wunderbare Brotvermehrung erlebt werden, wenn aus den mitgebrachten Gaben ein gemeinsames Essen entstand.

Ihr Lieblingslied wurde: „All meine Quellen entspringen in dir“. Das gab ihr die Energie, nach ihrem Eintritt ins Rentenalter in Schönebeck ein ambulantes Hospiz zu gründen. Keiner sollte alleine sterben und viele sollten ahnen, dass da eine „Kraft ist, die Leben schenkt“.

Nach einigen “Irrungen und Wirrungen“ suchte sie sich eine vorletzte Heimat in Ilsenburg. Dort hatte sie oft Urlaub gemacht. Auch hier setzte sie sich nicht zur Ruhe. Sie übernahm zum Teil den Küsterdienst, leitete Gottesdienste und fuhr Kranke aus, bis sie selbst von der schleichenden Krebskrankheit geschwächt wurde und auf Hilfe angewiesen war.

Schon 2010 hat sie alles für ihre Beerdigung geordnet, schrieb den Entwurf für ihre Todesanzeige und welche Lieder und Lesungen sie sich für das Requiem wünscht. Die Kar- und Ostertage erlebte sie im Krankenhaus in Wernigerode. Täglich bis zum Ostersonntag besuchte sie Pfarrer Hansch und brachte ihr die Kommunion.

Die letzte Zeile ihrer Aufzeichnungen lautet: „Danke – Danke – Danke“   Ein österliches Leben und ein österliches Sterben wird Gott vollenden.
(Domkapitular em. Willi Kraning)

Das Requiem feiern wir für unsere Verstorbene am Dienstag, dem 10. April 2018 um 11.00 Uhr in der Pfarrkirche St. Marien in Schönebeck, Friedrichstraße 88. Die Urnenbeisetzung wird später in aller Stille auf dem katholischen Gräberfeld auf dem Westfriedhof in Schönebeck sein.

Ich bitte Sie alle, unserer verstorbenen Magdalena Kupczyk im Gebet zu gedenken!

Magdeburg, den 06.04.2018

Dr. Gerhard Feige
     Bischof

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