oekumene

Spaltung macht unglaubwürdig

Bischof predigte in Lutherstadt Wittenberg

Bischof Gerhard Feige hat zu weiteren Schritten gegen die "konfessionelle Spaltung" aufgerufen. Sie sei "zu einem großen Teil dafür mitverantwortlich, dass das Christliche und Kirchliche in unserer Gesellschaft an Bedeutung und Glaubwürdigkeit verloren hat", sagte Feige am Mittwoch in der evangelischen Wittenberger Stadtkirche Sankt Marien. Für viele Menschen sei es "nicht mehr verständlich, wieso es eine gespaltene Christenheit gibt". Feige sprach einem Gottesdienst zur Themenwoche Ökumene im Rahmen der Weltausstellung Reformation.

Weiter betonte der Bischof, die Spaltung habe auch zwangsläufig zu Einseitigkeiten geführt. Jede der christlichen Traditionen habe bestimmte Elemente als das für sie Spezifische herausgestellt und sich entsprechend von den charakteristischen Merkmalen der anderen distanziert. "Ökumene ist notwendig, damit wir unsere konfessionellen Einseitigkeiten überwinden und uns gegenseitig vermitteln, was wir in unserer jeweiligen Tradition nicht entsprechend haben festhalten können", sagte Feige.

Der Bischof des Bistums Magdeburg erinnerte zudem an die konfessionell gemischten Ehen, "die oftmals mit ihren Problemen und Schwierigkeiten zwischen den Kirchen stehen". Aus konfessionellen Gegensätzen hätten sich überdies gesellschaftliche Tragödien ergeben oder stünden damit in Verbindung, räumte der Bischof ein. Er verwies auf die Konflikte in Nordirland, im ehemaligen Jugoslawien und in der Ukraine. | kna

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