Bistumskarte

Interesse am Magdeburger Weg

Diözesanleiter der Regionalgruppe Bibelwerk Ost trafen sich in Magdeburg zu einem Austausch

Verantwortliche des Bibelwerkes Ost aus den Bistümern Görlitz, Dresden-Meißen, Erfurt, Magdeburg sowie dem Erzbistum Berlin, kamen im Magdeburg zu einem Austausch zusammen. Zwei Tage lang tauschten sie sich über die Bibelpastoral in den jeweiligen Bistümern aus und bestärkten sich so in ihrer Aufgabe. Dabei ging es um die zentrale Frage: Wie kann die Bibel als wichtigster Bestandteil der Pastoral in den Gemeinden und den Einzelnen wirklich als Quelle des Lebens und gemeinsamen Kircheseins heute ankommen? Diese Frage wird umso dringlicher bei den größer werdenden Pfarreien oder seelsorglichen Verantwortungsgemeinschaften. Darüber konnten sie mit Bischof Dr. Gerhard Feige und der Leiterin der Fachbereiches Pastoral in Kirche und Gesellschaft, Dr. Friederike Maier, ins Gespräch kommen.

Zunächst schilderte der Bischof die aktuelle Situation im Bistum Magdeburg und den Entwicklungsprozess der letzten Jahre. Besonderes Interesse weckte der Magdeburger Weg, die Pfarreileitung in die Hände von ehrenamtlichen Leitungsteams zu legen.

Der Görlitzer Leiter der Pastoral, Domkapitular Marcus Kurzweil, wollte wissen, ob diese Leitungsteams auch Bestand haben würden, „wenn über Nacht 15 Priester vom Himmel fallen würden“.  Da die Leitungsteams aus einem individuellen Prozess innerhalb einer Pfarrei erwachsen, sieht Bischof Feige für den Fall, dass von heute auf morgen 15 neue Priester bereitständen, neue Einsatzmöglichkeiten in der Seelsorge, die so erschlossen werden könnten. Auch das Thema Einsatz ausländischer Priestern kam zur Sprache. Für den Bischof ist es jedoch wichtig, Priester einzusetzen, die mit der Diasporasituation von nur 3 Prozent Katholiken umzugehen wissen und auch hier gelebte Spiritualität verstehen. Der Bischof betonte, stets auf der Suche nach der bestmöglichen Lösung für die jeweilige Situation zu sein und das Beste daraus zu machen.

Um die Menschen vor Ort mitzunehmen, ist dem Bischof die göttlich-menschliche Dimension sehr wichtig. Die Kirche sei kein Verein, Club oder Dienstleistung, aus der ich einfach austrete, wenn mir etwas nicht passe. Wir müssen sowohl das Heilige und Göttliche als auch das Menschliche in unserer Kirche in den Blick nehmen. Der Umgang mit den Leitungsteams sei sowohl positiv als auch negativ aufgenommen worden. In einigen Fällen hätten die Gemeindemitglieder einfach nur ein bisschen Zeit gebraucht, um sich an die neue Situation zu gewöhnen.

In Anbetracht der Größe des Bistums stellte sich bei den Teilnehmern auch die Frage, ob die Präsenz in der Fläche aufrecht erhalten bleiben könne. Für Bischof Feige ist das ganz klar in den Zukunftsbildern des Bistums beschrieben: „Wir geben die Fläche nicht auf, heißt dann vor allem auch: wir sehen unseren Auftrag als schöpferische Minderheit darin, für alle Menschen da zu sein, die im Gebiet unserer Pfarrei leben – vor allem für die Armen und Notleidenden. Ihnen gilt unsere Aufmerksamkeit, denn durch uns will Jesus Christus ihnen nahe sein.“ Das bedeutet aber nicht, dass alles so bleiben muss, wie es ist. Vielmehr muss die Kirche im Bistum Magdeburg erkennen, dass sie nicht nur gegenüber den Christen da sein muss.

Im Anschluss an die Gesprächsrunde versuchte der Berliner Vertreter, Ulrich Kmiecik, Bischof Feige als Mitglied des Bibelwerkes zu gewinnen und lockte ihn mit einer Bibel.

Das Bibelwerk mit Sitz in Stuttgart ist ein Verein mit über 17.000 Mitgliedern. Sein Ziel ist es, die Botschaft der Bibel wissenschaftlich zu erschließen und sie den Menschen lebensnah erfahrbar zu machen.  

(TT)

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