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Offene Herzen – Offene Häuser

Ukrainischer Bischof dankt bei Gottesdienst für Hilfe aus Deutschland

Der für die katholischen Ukrainer des byzantinischen Ritus in Deutschland und Skandinavien zuständige Bischof Bohdan Dzyurakh hat in der Magdeburger St. Marien-Kirche einen Gottesdienst gefeiert. Dzyurakh äußerte sich in einer auf Deutsch gehaltenen Ansprache dankbar für die Unterstützung aus Deutschland: „Die Kirche in Deutschland ist auf unserer Seite, die deutsche Kirche unterstützt uns durch offene Herzen und offene Häuser“, sagte der Bischof. Die ukrainischen Gläubigen hätten in Deutschland ein Zuhause gefunden.

Bischof Dr. Gerhard Feige betonte bei dem Gottesdienst die Verbundenheit beider Kirchen. „Wir begegnen uns in der Gewissheit, dass Christus jetzt unter uns ist“, so Feige in einem kurzen Grußwort. Die ostkirchliche Liturgie sei ihm seit langer Zeit vertraut. Er habe sich bereits als Student dafür interessiert, sagte der Magdeburger Bischof. Er sei Mitte der 1990er Jahre als Professor nach Lviv in der Westukraine gereist, um dort mit Studierenden aus Erfurt ein Seminar über die Geschichte der griechisch-katholischen Kirche bis zur Gegenwart zu halten.

Zuletzt war Bischof Feige 2013 in Kiev zur Einweihung der Kathedrale. Damals habe er die Stadt als sehr lebendig erlebt. Umso mehr sei er bestürzt über den Ausbruch des Krieges am 24. Februar des vergangenen Jahres, sagte Feige.

Vor dem Hintergrund des Kriegs in seinem Land betonte Dzyurakh, die ukrainisch griechisch-katholische Kirche verfüge über ein starkes Glaubenszeugnis, das insbesondere in der Zeit des Kommunismus gestärkt worden sei: „Das beweist sich jetzt in Zeiten des Krieges.“

Der Bischof erinnerte an die Gastfreundschaft des Bistums Magdeburg. Seit einigen Jahren sind die ukrainischen Katholiken in der Gemeinde St. Maria im Stadtteil Sudenburg untergebracht. „Wir sind sehr dankbar, dass Sie uns seit Jahren eine Kirche in Magdeburg zur Verfügung stellen.“, so der Bischof.

Beide Bischöfe nahmen nach dem Gottesdienst an einer Weihnachtsfeier der ukrainischen Gemeinde teil. Diese beging das Weihnachtsfest nach ihrem liturgischen Kalender am 7. Januar.

Die katholischen Gläubigen aus der Ukraine werden in Magdeburg von den beiden Priestern aus Berlin betreut. Etwa 50 bis 60 Personen nehmen regelmäßig an den Gottesdiensten in der St.-Marien-Kirche teil. Auch in Halle an der Saale finden solche Liturgien statt, zu denen ein Priester aus Dresden anreist.

Die Apostolische Exarchie für katholische Ukrainer des byzantinischen Ritus in Deutschland und Skandinavien hat ihren Sitz in München. Sie ist für Gläubige in Deutschland, Dänemark, Finnland, Schweden und Norwegen zuständig. Der Exarchie gehören Schätzungen zufolge rund 80.000 Gläubige an. In Deutschland gibt es etwa 55 Gemeinden.

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