Bistumskarte

Wenn die Welt ins Schwanken gerät

Weltjugendtag 2019 Magdeburg-Costa Rica-Panama

23 Jugendliche aus dem Bistum Magdeburg und ihre Betreuer sind zum Weltjugendtag 2019 in Panama aufgebrochen. Nach über 30 Stunden Reisezeit sind sie auf ihrem ersten Zwischenstopp in Costa Rica gelandet. In San Jose wurden sie freudig von den Don Bosco Schwestern in Empfang genommen.

Die ersten Impressionen der Landeshauptstadt Costa Ricas: In rasender Geschwindigkeit wird es dunkel, aber der extreme Feierabendverkehr bewegt sich in unendlicher Langsamkeit über den Highway. „Und Deutschland hat ein Feinstaubproblem?“, kamen die ersten Fragen aus dem hinteren Teil des Busses, nachdem die Luftverschmutzung bei allen auf der Zunge schmeckbar war. Aber für die Erörterung dieses Problems blieb nicht viel Zeit, denn alle waren froh und dankbar im Novizinnen-Haus der Schwestern zu schlafen.

Nach dem Morgengebet am nächsten Tag – unter freiem Himmel – ging es gleich wieder mit dem Bus in Richtung Karibik. Über den „Banana-Highway“ wurde zunächst die Hafenstadt Puerto Limon angesteuert. Durch traumhafte Landschaften und entlang riesiger Bananen-Plantagen wurde die Reisegruppe öfter von übergroßen Trucks überholt, die die Exportware Nummer 1, Bananen, zum Hafen transportieren, damit sie schon bald in Hamburg übergeben und auch In Magdeburg in den Geschäften gekauft werden können.

Zweite Impressionen: Kleinere Ortschaften entlang der vielbefahren Straße sind mit Baustellen übersät, die Aufschwung und Fortschritt dokumentieren. Aber die meisten Häuser in den Städten sind von riesigen Mauern und Stacheldrahtrollen umzäunt, als sichtbarstes Zeichen für unüberbrückbare Kluften zwischen arm und reich.

Dann die Ankunft in Puerto Viejo de Talamance und ein traumhafter Sonnenuntergang am Meer. Unterschlüpfen konnte die Gruppe bei Peter aus Deutschland, der vor über 20 Jahren nach Costa Rica auswanderte und mit seinem Kumpel ein stetig wachsendes Gästehaus aufgebaut hat. Auch Sabine, die Restaurant-Besitzerin und der Dschungelführer Gyulat kommen ursprünglich aus Deutschland und haben in Costa Rica ihre neue Heimat gefunden. Beispiele für gelungene Integration, deren Fundament Mut, Kreativität und Sprachkenntnisse bilden.

Bei einem Ausflug per Boot zum Monkey-Beach traf die Gruppe auch ein paar Delfine und Äffchen. Die Natur war atemberaubend und erlaubt Achtsamkeit, denn wenn einmal ein Stück Plastik im Meer schwamm, dann wurde es sofort eingesammelt. Auch am Strand wurde der Müll nicht einfach liegen gelassen. Schnell merkten alle, wie ernst es die Einheimischen mit dem Schutz der Natur meinen. Aber so eine Bootsfahrt ist nicht für jeden Magen geeignet. Für einige Teilnehmer geriet die Welt ins Schwanken. Da kam der Rat des Bootsmannes Germain gerade recht: „Schau auf einen fixen Punkt am Horizont!“ Ein solcher Fixpunkt im Leben eines Menschen kann Gott sein, da waren sich die Jugendlichen einig, denn dann gerät das eigene Leben nicht ganz aus den Fugen, wenn mal was ins Schwanken kommt.

Auf der Rückfahrt nach San Jose gab es einen Halt in Cartago, der ehemaligen Hauptstadt Costa Ricas. In der Basilica de Nuestra Senora de Los Angeles trafen die Magdeburger Hunderte von jungen Pilgern aus aller Herren Länder, die in der Diözese Cartago untergekommen waren. Auf dem Rückweg von Cartago nach San Jose gab es noch einen herzlichen Empfang im Don Bosco Zentrum der Seligen Schwester Maria Romero. Ihr Wirken in den Armenvierteln der Stadt zaubert bis heute den Menschen ein Lächeln ins Gesicht, wenn sie an die vielen Talente und mutigen Projekte der im April 2002 durch Papst Johannes Paul II. seliggesprochen Schwester denken.

Das Treffen mit den Pilgern aus anderen deutschsprachigen Diözesen, die im Erzbistum San Jose untergekommen sind, wird an diesem Wochenende stattfinden. Der Aussendungsgottesdienst wird dann am Sonntag mit Erzbischof José Rafael Quirós Quirós stattfinden.

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