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100 Jahre Katholiken im Geiseltal

Braunsbedra (pbm) - Die katholischen Gemeinden des Geiseltals feiern am Sonntag, 10. September, mit Bischof Leo Nowak den hundertsten Jahrestag der ersten nennenswerten Ansiedlung katholischer Christen in der Region und den 75. Weihetag ihrer Kirche in Braunsbedra/Neumark.

Zur Geschichte

Auf Grund des wirtschaftlichen Aufschwungs in Mitteldeutschland suchten und fanden vor rund hundert Jahren immer mehr Menschen auch im Geiseltal eine neue Lebensgrundlage. Viele kamen aus katholischen Gebieten und blieben ihrem Glauben in der neuen Heimat treu. Um das Jahr 1920 lebten im Geiseltal rund 250 ansässige erwachsenen Katholiken mit etwa 200 Kindern unter 14 Jahren. Während der folgenden Jahre stieg die Gesamtzahl der katholischen Christen in dem langgestreckten Gebiet auf zirka 1600. Hinzu kamen noch viele Saisonarbeiter.

Um eine angemessene seelsorgliche Betreuung zu gewährleisten, beschlossen die Verantwortlichen schließlich die Gottesdienste nicht mehr in gemieteten Sälen zu feiern, sondern eine neue Kirche zu bauen. Im Dezember 1925 konnte das Gotteshaus geweiht werden. Allerdings stand es nur 20 Jahre im Mittelpunkt der damaligen Siedlung. Wie viele Wohnungen und Arbeitsstätten fiel die Kirche im April 1945 den Bomben zum Opfer. Nur unter großen Mühen und nach neuen Bauplänen konnte sie 1951 in schlichter Form wieder erstehen.

Doch auch in den folgenden Jahrzehnten war der Kirchbau weiter in Gefahr. Der Braunkohle-Tagebau rückte näher und näher. Niemand wusste, ob das Gotteshaus eines Tages nicht auch weggebaggert werden sollte. Als die Grube Anfang der 90er Jahre geschlossen wurde, war ihre Kante nur noch 45 Meter von der Kirche entfernt. Erst die Untersuchung und Bestätigung der Standsicherheit im Jahr 1993 machte es möglich, das Gebäude Schritt für Schritt zu sanieren, so dass es heute zu den Schmuckstücken des Geiseltales gezählt werden darf.

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