Bistumskarte

Bistum ehrt seligen Angelo Roncalli


Magdeburg (pbm) - Mit dem Enthüllen einer Büste des seligen Angelo Roncalli durch Bischof Leo Nowak verbunden mit einem Festakt im Magdeburger Roncalli-Haus hat das Bistum Magdeburg am 3. September, den späteren Papst Johannes XXIII. geehrt. Anlass war die zeitgleiche Seligsprechung durch Papst Johannes Paul II. in Rom.

Hans Joachim Sander, Privatdozent in Würzburg, verwies in seiner Rede mehrfach auf den verantwortungsvollen Umgang Johannes XXIII. mit der päpstlichen Macht: "Roncalli wich der Macht seines Amtes nicht aus, aber er nutzte sie, um Menschen in Kirche und Welt zu stärken, die bisher in Ohnmachtssituationen standen." Für Johannes XXIII. seien menschliche Lebenssorgen wichtiger gewesen als politische Kalküle.

Laut Sander zeigte sich dieses gezielte Umgehen mit Macht auch bei der Vorbereitung des Zweiten Vatikanischen Konzils: Auf Grund seiner Möglichkeiten stellte der Papst denen, die bisher sprachlos waren, eine Bühne bereit, auf der sie sich entfalten konnten. Während die Vorbereitung des Konzils gesamtkirchlich eher lähmend gewirkt habe, "brachen sich auf dem Konzil Kräfte Bahn, die die Kirche für Themen ihrer Zeit tauglich machten". Johannes XXIII. habe diese Themen nicht vorgegeben, aber mit seiner päpstlichen Macht den Raum geschaffen, in dem sie gedeihen konnten.

Zur Biografie

Johannes XXIII. stammt aus bäuerlichen Verhältnissen und wurde am 25. November 1881 als Angelo Roncalli in Sotto il Monte geboren. Pius XI. ernannte ihn 1925 zum Bischof und päpstlichen Diplomaten zunächst in Bulgarien, später in Griechenland und in der Türkei. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Roncalli Nuntius in Paris und 1953 Patriarch von Venedig. Im Jahr 1958 wählten ihn die Kardinäle in Rom zum Papst. Johannes XXIII. leitete die Öffnung der katholischen Kirche gegenüber der modernen Welt und auch gegenüber anderen christlichen Kirchen ein. In den nur fünf Jahren seiner Amtszeit veränderte er die Kirche. Durch das von ihm einberufene Konzil (1962-65) leitete Johannes XXIII. tief greifende Reformen in der Theologie, der Kirchenverfassung und in der Liturgie ein.

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