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Bischof: Freiheit heißt auch Verantwortung für mich und den Nächsten

Magdeburg (pbm) - Probleme und Chancen im Umgang mit der Freiheit hat der Magdeburger katholische Bischof aus Anlass des Falls der Berliner Mauer vor zwölf Jahren benannt. In einem am Donnerstag in den nordost-deutschen Kirchenzeitungen veröffentlichten Aufsatz sieht Leo Nowak die größte aus der Freiheit erwachsende Herausforderung in der mit ihr verbundenen Selbstbeschränkung. Freiheit heiße nicht, machen dürfen was ich will, sondern fordere heraus und eröffne Möglichkeiten zum bewussten und verantwortlichen Handeln.

In Ostdeutschland, schreibt der Bischof, "sind manche von der ersehnten Freiheit enttäuscht". Zwar sei in den vergangenen Jahren "viel Gutes" entstanden, dennoch betrachteten nicht wenige den Prozess der demokratischen Meinungsbildung als "ineffektiv". Das mitunter gnadenlose Ausnutzen der Schwächen des Systems führe zu "Verbitterung und Resignation".

Um so wichtiger ist es nach Nowaks Worten, sich mit den Fragen rund um den Freiheitsbegriff auseinander zu setzen. Nur in einer recht verstandenen Freiheit könne sich der Mensch wirklich zum Menschen entfalten. Zu den "wichtigsten Aufgaben der Gesellschaft" gehöre es darum, "das in der Freiheit des Menschen vorhandene Handlungs- und Gestaltungspotenial zu respektieren und durch Dialog und Bildung den Wert der Freiheit zu fördern." Wo dieser Bildungsprozess unterbleibt, meint der Bischof, verliere sich der Freiheitsbegriff in einer diffusen Beliebigenkeit oder der Wunsch nach einfachen Antworten öffne Demagogen und Ideologen Tür und Tor.

Wie Nowak in seinem Aufsatz weiter schreibt, stellt die Freiheit mit der ihr notwendig verbundenen Verantwortung eine Herausforderung dar, der sich niemand entziehen könne. Letztlich sei jeder Mensch aufgefordert, Grenzen zu respektieren und seine persönliche Freiheit verantwortlich anderen gegenüber wahrzunehmen. Wirtschaft und Politik seien zudem aufgerufen, bei ihren Entscheidungen immer auch soziale Aspekte zu berücksichtigen und die Familie als "kleinste Zelle und Lernort sozialen Zusammenlebens" zu stützen und zu respektieren.

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