Bistumskarte

Sternal: Katholische Kirche hat sich verändert

In einem Beitrag über die Christen in Sachsen-Anhalt hat die Magdeburger Volksstimme am Donnerstag, 20. September, Aussagen von Raimund Sternal, Leiter der Hauptabteilung Pastoral im Bischöflichen Ordinariat Magdeburg, unkorrekt wiedergegeben. Das folgende Interview, das auch in der Zeitung erscheint, versucht eine Richtigstellung.

Frage: Die katholische Kirche in Sachsen-Anhalt hat seit 1989 verändert. Wohin geht die Entwicklung?
Sternal: Das wissen wir nicht. Aber es hat sich in der Tat einiges verändert. So ist unter anderem Zahl der Gläubigen zurück gegangen. Es werden weniger Kinder geboren, viele Menschen sind fort gezogen. Wir versuchen uns den Problemen zu stellen, zum Beispiel mit unserem Pastoralen Zukunftsgespräch.

Frage: Was ist das Ziel dieses Zukunftsgesprächs? Sternal: Angesichts des veränderten gesellschaftlichen Umfelds suchen wir unseren Weg in eine Kirche der Zukunft. Wir können im Bistum Magdeburg zwar nicht alle Probleme lösen, aber ich denke, dass wir neue Ideen und Projekte für die katholische Kirche unserer Region finden die uns helfen, auch in Zukunft für Gott und die Menschen da zu sein.

Frage: Viele kritisieren einen wachsenden Egoismus oder Individualismus in der Gesellschaft. Wirkt sich diese Haltung auf die Kirche aus, gibt es inzwischen so etwas wie eine Grundstimmung gegen die Amtskirche?
Sternal: Individualität ist erst mal etwas Gutes. Ich denke, jeder braucht Individualität, sie macht unser Dasein erst interessant, auch das der Kirche und der Gesellschaft. Wichtig ist aber, dass wir den Anderen im Blick behalten. In der Bibel heißt es nicht ohne Grund "Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst!". Auch in der Kirche hat die Individualisierung dazu geführt, dass immer mehr Menschen deutlich sagen, was sie bewegt. Was ihnen gefällt, aber auch, was missfällt. Eine Grundstimmung gegen kirchliche Autorität sehe ich allerdings nicht.

Frage: Stichwort Ökumene. Sollten die Kirchen angesichts ihrer Minderheitenposition nicht enger zusammen rücken?
Sternal: Auf jeden Fall und da hat sich in der Vergangenheit ja auch schon viel getan. Trotzdem gibt es noch eine Reihe verschiedener Ansichten. Ein Problem sind die unterschiedlichen Positionen zum Verständnis des Priesters oder Gemeindeleiters, kurz zum Amtsverständnis. An der Lösung solcher Probleme müssen wir in Zukunft intensiver arbeiten als bisher. Trotzdem: Schon jetzt ist viel gemeinsames Handeln möglich, und dazu möchte ich jeden nur ermuntern.

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