Bistumskarte

Engführung der Sanierungspolitik?

Erklärung des Katholischen Büros

Besorgt zeigt sich die Katholische Kirche über die anstehenden Veränderungen im Landeshaushalt und der Gesetzgebung. Ich habe große Sorge, dass der hohe Stellenwert der sogenannten weichen Standortfaktoren für Sachsen-Anhalt aus dem Blick gerät. So sind im Entwurf des Landeshaushaltes für 2004 die öffentlichen Mittel zur Förderung der Erwachsenenbildung um rund 20 Prozent gekürzt worden. Die Beteiligung des Landes bei den Sachkosten für freie Schulen soll um ein Drittel abgesenkt werden. Außerdem empfiehlt der Innenausschuss des Landtages, nicht nur die Durchführung von 16 Messen und Märkten je Gemeinde an Sonntagen zu gestatten, sondern auch die Öffnung von Videotheken am Sonntag ab 13 Uhr zuzulassen. Unsere Gesellschaft kann nicht allein von Investitionen und Verwaltungsvereinfachungen leben und überleben; ich halte den gleichermaßen intensiven Einsatz für gesellschaftliche Güter wie zum Beispiel Bildung und einen erkennbaren Sonn- und Feiertagsschutz zum gedeihlichen menschlichen Zusammenleben für ebenso wichtig. Zugleich sei an eine Aussage der Interessengemeinschaft „Pro Sonntag“ im Zusammenhang mit den Ladenöffnungen nach dem Elbe-Hochwasser erinnert : „Es ist gut, wenn der Rubel rollt; es ist fatal, wenn er alles andere überrollt.“

Stephan Rether
Leiter des Katholischen Büros Sachsen-Anhalt
Bevollmächtigter der katholischen Bischöfe in Sachsen-Anhalt gegenüber dem Land

link

Themen und Partnerportale