Bistumskarte

Paderborn gab Magdeburger Akten zurück

Ältestes Dokument aus dem 13. Jahrhundert

Magdeburg/Paderborn (pb/pbm) – Mit Freude haben Weihbischof Gerhard Feige und Archivar Daniel Lorek dieser Tage Urkunden und Akten in Empfang genommen, die bis ins 13. Jahrhundert zurück reichen. Das Erzbistum Paderborn, zudem die Magdeburger Ortskirche bis 1994 gehörte, hatte kürzlich alle seine Archivalien, die sich auf das Magdeburger Gebiet beziehen freigegeben und folgte damit der Gepflogenheit der Archive, die Akten dem Schicksal des Territoriums folgen zu lassen.


Administrator Feige und Archivar Lorek freuen sich: Gerhard Sander, Archivar des Erzbistums Paderborn, brachte die Akten am 6. Dezember zurück. Der größte Teil der Unterlagen war im Zweiten Weltkrieg nach Paderborn ausgelagert worden und sollte eigentlich schon früher zurück kehren.

Ein kurzer Blick in die Kirchengeschichte des Magdeburger Gebietes: Im Jahr 962 gründete Kaiser Otto der Große das alte Erzbistum Magdeburg. Es war eines der Bedeutendsten in Deutschland, ging aber in der Reformationszeit unter. In der Folgezeit erlosch das katholische Leben bis auf wenige Pfarreien, deren Seelsorge in der Hand von Klöstern lagen. Kirchlich wurde das Land den „Nordischen Missionen" zugeteilt, und im 18. Jahrhundert dem Bischof von Paderborn unterstellt. Als 1821 durch die Bulle „De salute Animarum“ die Preußischen Bistümer neu geordnet wurden, wurde das Magdeburger Gebiet ein Teil des alten Bistums Paderborn. Binnenwanderung im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts und große Flüchtlingsströme nach dem Zweiten Weltkrieg ließen den katholischen Bevölkerungsanteil deutlich steigen. In der kommunistischen Zeit der DDR wurden die Möglichkeiten des Erzbistums Paderborn, für seinen Magdeburger Teil zu sorgen, so stark eingeschränkt, dass 1973 dieses Gebiet als Bischöfliches Amt dem Papst direkt unterstellt wurde. Der äußere Zwang führte zu einer immer größer werdenden Eigenständigkeit und brachte 1994 - fünf Jahre nach der Wende und nach mehr als 170 Jahren der Zugehörigkeit zu Paderborn - die völlige Herauslösung des Gebietes als selbständiges Bistum Magdeburg.

Die gut 200 Jahre währende Zugehörigkeit zu Paderborn hinterließ nicht nur eine gute kirchliche Struktur mit vielen neuen Pfarreien, sondern auch eine reichhaltige Aktenlage. So erhält das Archiv in Magdeburg jetzt fast 800 Akten, die sich auf die einzelne Pfarreien beziehen und teilweise bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurückreichen. Außerdem werden weitere 215 stattliche Aktenbände abgegeben. Sie sind im 19. Jahrhundert bei dem bischöflichen Kommissar auf der Huysburg bei Halberstadt entstanden. Als besonderen Leckerbissen erhält das Bistum Magdeburg einige historisch interessante Urkunden über die Pfarrei Köthen und einen Urkundenbestand des im Jahr 1810 enteigneten Klosters Hedersleben. Dabei handelt es sich um 65 Pergamenturkunden aus der Zeit von 1253 bis 1565. Alle Akten- und Urkundenbestände sind geordnet und erschlossen und den Forschern stehen Findbücher zur Verfügung.

Bistumsarchivar Daniel Lorek zur Rückführung der Dokumente

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