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„Glaubt jemand, es kann so bleiben?“

Norbert Blüm startete Diaspora-Aktion in Magdeburg

Magdeburg/Paderborn (bw) - Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken eröffnete am 6. November in Magdeburg seine bundesweite Diaspora-Aktion 2005. Sie steht unter dem Leitwort „Komm, sag es ihnen weiter!“ und thematisiert die Weitergabe des Glaubens an die junge Generation. Höhepunkt ist der Diaspora-Sonntag am 20. November, der in allen katholischen Pfarrgemeinden begangen wird.

Bischof Gerhard Feige, der als Ortsbischof den Gottesdienst zum Beginn der Aktion leitete, rief seiner Predigt dazu auf, suchenden Menschen in der Kirche eine Heimat zu geben. Diese Heimat dürfe nicht vereinnahmen und müsse vor allem jungen Menschen den notwendigen Freiraum zugestehen. Dabei sei "unser ganz
persönlicher Glaube, unsere ganz persönliche Hoffnung" gefragt.

Am anschließenden Festakt nahmen zahlreiche Gäste aus Kirche und Politik teil. Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Wolfgang Böhmer, bezeichnete in seinem Grußwort die Diaspora-Aktion als „offensiv und richtungsweisend“. Gerade in Zeiten großer gesellschaftlicher Umbrüche seien Werte wie Verantwortung, Respekt, Toleranz und Solidarität unverzichtbar. Die Diaspora-Aktion gebe hier wichtige Orientierungshilfen, so Böhmer.

Bundesminister a. D. Norbert Blüm erinnerte in seinem Festvortrag zum Leitwort „Komm, sag es ihnen weiter!“ vor 150 Gästen an die Nähe Gottes zu den Menschen. „Gott ist kein Wassergeist oder irgendein Fantasiegebilde“, so Blüm in bekannt pointierter Weise, „sondern eine konkrete Person mit dem Namen Jesus, mit Eigenschaften und Gefühlen, stark in Worten und Taten“. Glaube lebe gerade heute durch überzeugtes christliches Handeln. Wer meine, allein mit Worten begeistern zu können, habe den Blick auf die Gesellschaft verloren. „Wir werden überschüttet mit Informationen – und können gar nicht mehr alles verarbeiten. Daher sind heute Vorbilder im Handeln gefragt. Christen, die im Tun verdeutlichen, welche Bedeutung der Glaube für ihr Leben hat“.

Die Menschen müssten sich wieder neu der großen Gottes- und Nächstenliebe bewusst werden, die Richtschnur für das eigene Leben und Handeln sei. Blüm unterstrich die wesentliche Bedeutung der katholischen Soziallehre für die Gesellschaft. „Die schönste sozial-politische Geschichte ist für mich das Gleichnis des barmherzigen Samariters“, so der engagierte Katholik. „Da ging es um uneigennützige Hilfe. Heute setzen wir für alles erst einmal Kommissionen ein, um Ursachen und Gefahren zu ergründen und neue Programme zu entwickeln.“

Es sei in der heutigen Zeit überaus wichtig, für mehr Gerechtigkeit einzutreten und anderen Menschen zum Nächsten zu werden. Ansonsten drohe der Zusammenbruch der Wertordnung. „Glaubt jemand, der heutige Zustand der Welt könne so bleiben? Glaubt jemand, Hoch-Industrie, Hungertod, Ausbeutung und Rationalisierung könnten das Chaos verhindern?“, fragte er die Vertreter aus Kirche und Politik. Das Leitwort der Diaspora-Aktion „Komm, sag es ihnen weiter!“ ist für den engagierten Christen ein Auftrag, die Botschaft des lebendigen und liebenden Gottes immer wieder neu zu verkünden, „ganz besonders bei uns in Deutschland. Wir habens nötig!“ Dem Bonifatiuswerk dankte der ehemalige Bundesminister für „notwendige Glaubensimpulse“ in schwieriger Zeit. „Sie sind wichtiger denn je!“, so Blüm.

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