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Was ist Kirche und wer ist Kirche?

Bischof Feige leitete Ökumene-Tagung in Athen

Athen (joe) - Auf Einladung der Orthodoxen Kirche von Griechenland traf sich vom 9. bis 13. November 2005 der Gemeinsame orthodox-katholische Arbeitskreis St. Irenäus zu seiner zweiten Sitzung im Penteli-Kloster in Athen. Unter dem Vorsitz des orthodoxen Bischofs Dr. Ignatije (Midić) von Braničevo (Serbien) und des katholischen Bischofs Dr. Gerhard Feige von Magdeburg (Deutschland) befassten sich die Mitglieder des Arbeitskreises bei diesem Treffen mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden in der orthodoxen und der katholischen Ekklesiologie.



Der Gemeinsame orthodox-katholische Arbeitskreis St. Irenäus war im vergangenen Jahr in Paderborn (Deutschland) zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengekommen. Er versteht sich als ein internationaler, kontinuierlich tagender, Sprach- und Kulturgrenzen übergreifender theologischer Arbeitskreis. Ihm gehören 12 orthodoxe und 12 katholische Theologen an. Die Mitglieder des Arbeitskreises stammen aus Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, den Niederlanden, Österreich, Polen, Rumänien, Russland, Serbien, der Slowakei und den USA. Der Arbeitskreis besteht aus Wissenschaftlern, die sich darum bemühen, die bestehenden Probleme zwischen der Orthodoxen und der Katholischen Kirche frei und offen zu diskutieren, „die gegenwärtige Situation in den orthodox-katholischen Beziehungen zu reflektieren und, wo möglich, Lösungsvorschläge zu unterbreiten; (sowie) unsere Kirchen daran zu erinnern, dass die gegenwärtigen Hindernisse nur überwunden werden können, wenn wir den Dialog fortsetzen“ (Erklärung der Gründungsversammlung in Paderborn).

Der Erzbischof von Athen und ganz Griechenland Christodoulos betonte in seinem Grußwort an die Mitglieder des Arbeitskreises, dass sich gegenwärtig eine „neue Phase in den Beziehungen zwischen den Kirchen in Ost und West“ abzeichne, in der „die Wiederherstellung jener Einheit in Wahrheit und Liebe, die über mehr als tausend Jahre das Verhältnis zwischen unseren beiden Kirchen bestimmt hat, zu einer dringlichen Priorität wird“. Er wünschte der Tagung einen fruchtbaren Verlauf, damit sie „zur Förderung der theologischen und kirchlichen Einheit und Verständigung“ beitragen könne.



Bei seiner Tagung im Penteli-Kloster konzentrierte sich der Arbeitskreis unter der Überschrift „Die Eine Kirche und die vielen Kirchen“ auf die ekklesiologische Thematik. In den Referaten und Diskussionen wurde erörtert, wie die katholische Kirche die nichtkatholischen Kirchen sieht und welchen ekklesialen Status die Orthodoxe Kirche den nichtorthodoxen Kirchen zuerkennt. Darüber hinaus wurden das Verhältnis von Ortskirche und Universalkirche in der orthodoxen und der katholischen Ekklesiologie, das Verständnis von Lokalkirche sowie die Bedeutung des Begriffs „Schwesterkirchen“ diskutiert. Die Ergebnisse der Tagung sollen in Form von Thesen zusammengefasst und bei der nächsten Zusammenkunft weiter vertieft werden.

Die Mitglieder des Arbeitskreises sprachen der Kirche von Griechenland, insbesondere dem Synodalkomitee für interchristliche Beziehungen, ihre Dankbarkeit für die ihnen erwiesene
Gastfreundschaft aus. Die offene und herzliche Atmosphäre während des Treffens sowie die gemeinsamen Morgengebete wurden von den Mitgliedern des Arbeitskreises als sehr positiv empfunden. Sie dankten den beiden Ko-Sekretären des Arbeitskreises, Dr. Johannes Oeldemann (Paderborn) und Prof. Dr. Nikolaos Loudovikos (Thessaloniki), für die Vorbereitung der Tagung. Das nächste Treffen des Arbeitskreises soll im November 2006 in Chevetogne (Belgien) stattfinden.

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