Bistumskarte

Bischof warnt vor antikatholischen Spitzen

Gerhard Feige vertritt die katholische Kirche bei Beginn der Luther-Dekade

Magdeburg (pbm) – Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige sieht der Luther-Dekade mit gemischten Gefühlen entgegen. Feige, der als ausgewiesener Ökumeniker und Kirchenhistoriker gilt, vertritt die Deutsche Bischofskonferenz bei der Eröffnungsfeier am Sonntag, 21. September, in Wittenberg.

Wie Feige in einer jetzt erschienenen Beilage der evangelischen Kirchenzeitungen schreibt, sei für ihn entscheidend, mit welcher „ökumenischen Sensibiltiät“ evangelische und katholische Christen nun zu Werke gingen.

Feige warnte vor einer „Jubel- und Profilierungsfeier des Protestantismus mit antikatholischen Spitzen“. Dazu reiche es schon, die Reformation als „Morgenröte der Moderne“ oder „Geburtsstunde der Freiheit“ darzustellen. Eine solche Interpretation wäre historisch äußerst fragwürdig und kaum an den Kriterien der Heiligen Schrift orientiert. Katholisch zu sein hätte demnach zumindest indirekt das Image von unzeitgemäß und hinter der Aufklärung zurück geblieben.

Zugleich hofft Feige aber auch, die Dekade könne die Christen verschiedener Bekenntnisse einander näher bringen. Vielleicht, schreibt der Bischof, „gelingt es in den nächsten Jahren noch, dass evangelische und katholische Theologn zu einer gemeinsamen Interpretation der Ereignisse am Beginn der Reformation und ihrer Wirkungen gelangen“. Dies wäre auf jeden Fall eine gute Grundlage für eine weiterführende ökumenische Würdigung des Reformationsjubliäums. Schließlich stelle Luther auch für viele Katholiken eine „geistliche und theologische Herausforderung dar, an der man auf dem Weg zur Einheit der getrennten Christen nicht vorbei kommt“.

Themen und Partnerportale