Sexueller Missbrauch an Minderjährigen

Zur aktuellen Situation im Bistum Magdeburg

absrahierte romanische Türme der Kathedrale St. SebastianMagdeburg (pbm) - Bestärkt durch die derzeitige Debatte um den sexuellen Missbrauch Minderjähriger haben sich in den letzten Monaten auch im Bistum Magdeburg weitere Frauen und Männer gemeldet und von sexueller Gewalt gegen Minderjährige berichtet, die sie selbst erfahren mussten oder wovon sie gehört haben. Damit sind zu den bereits vor 2010 öffentlich gemachten Fällen einige Beschuldigungen hinzugekommen.

Die der Bistumsleitung derzeit bekannten Anzeigen und Hinweise erstrecken sich über einen Zeitraum von sechzig Jahren und betreffen acht Beschuldigte. In diesen Fällen wurde sexuelle Gewalt nachgewiesen oder glaubhaft angezeigt. Sechs der Beschuldigten waren oder sind Priester. Vier sind bereits verstorben. Die Vergehen der beiden noch lebenden Priester sind nach staatlichem und kirchlichem Recht aufgearbeitet. Zwei Anschuldigungen richten sich gegen Personen, die keine Priester sind. Beide Fälle werden derzeit durch die Staatsanwaltschaft bearbeitet. Abschließende Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Andere Hinweise erfolgten anonym und boten keine Möglichkeit nachzufragen, so dass weitergehende Recherchen derzeit nicht möglich sind. Diese bleiben im Blick und werden, so bald es möglich ist, weiter bearbeitet.

Die Verantwortlichen des Bistums gehen davon aus, dass es weitere Opfer gibt und bitten diese, sich zu melden. Ansprechpartner ist zunächst der Diözesanbeauftragte für Verdachtsfälle sexuellen Missbrauchs, Dr. Nikolaus Särchen. Herr Särchen arbeitet als Facharzt für Neurologie und Psychiatrie-Psychotherapie an der Klinik Bosse in Lutherstadt Wittenberg. Er ist unter der Telefonnummer (0 34 91) 4 76-330 erreichbar.

Gespräche mit Opfern haben in den zurückliegenden Jahren wiederholt auch Mitglieder des dafür eingesetzten Arbeitsstabes und der Bistumsleitung geführt, zuletzt Bischof Gerhard Feige mit einer Gruppe betroffener Frauen und Mütter.

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