Bistumskarte

Update: Ein Original ist in die Vollendung ...

Wolfgang Janotta ist am Montag verstorben

Gott, der Herr über Leben und Tod, hat am Montag, dem 16. Juli 2012, seinen treuen Diener, Herrn Pfarrer Wolfgang Janotta im Alter von 76 Jahren in sein ewiges Reich gerufen.

Pfarrer Wolfgang Janotta wurde am 4. November 1935 in Musternick in Schlesien geboren. Nach der Aussiedlung lernte er den Müllerberuf. Als er in Leipzig zum Mühlenbauer umschulen wollte, kam ihm ein Flyer in die Hände mit dem Titel „Gott braucht Menschen“. Im Norbertuswerk wurde er auf Probe angenommen. Er sagte sich: „Du bleibst so lange, bis sie dich rausschmeißen“. Seine Devise war auch später: „Du machst, was du kannst. Lass den Herrgott machen, was fehlt.“ So wurde er am 29.06.1966 in Magdeburg zum Priester geweiht.

Die Stationen seines priesterlichen Wirkens waren Eilenburg (1966), Bornum (1969), Hundeluft (1974), Klostermansfeld (1979) und Thale (1991). In Bornum lebte er mit der evangelischen Pfarrerfamilie harmonisch in einem Haus. In Klostermansfeld fand er eine Gemeinde vor, die er als vorbildlich bezeichnete. Vom Männerchor ging das Leben aus. Die Leute haben Pfarrer Janotta oft gesagt: „Herr Pfarrer, ob Sie da sind oder nicht. Der Laden läuft hier.“ Sein Kommentar: „So müssen auch die Gemeinden der Zukunft sein.“ Und doch steht in seiner Stasiakte: „In Klostermansfeld hat der katholische Pfarrer mehr zu sagen als der Bürgermeister.“ Daraus spricht auch die Tatsache, dass er bestrebt war, über seine Gemeinde hinaus Kontakte aufzubauen. Er hat aber auch gelitten, wenn die Gemeinde kritisierte, dass er Fremde im Gemeindebereich zuließ. In Thale entstand in seiner Zeit das von Fremden gern genutzte Gemeindehaus. Er freute sich, wenn Chöre in der großen Kirche singen wollten und viele Leute anlockten.

War sein 70. Geburtstag schon ein Gemeinde übergreifendes Fest, so organisierte die Stadt Thale sogar seinen 75. Geburtstag für 600 Gäste. Und dass die Feier auch im Stadtkanal zu sehen war, freute ihn. Dazu kam im April dieses Jahres dann noch die Eintragung ins goldene Buch der Stadt. Die Begründung der Stadt für diese Auszeichnung kann eine kirchliche Gemeinde kaum übertreffen.

Wichtig war ihm auch das Miteinander mit anderen Priestern. Urlaub machte er mit zwei, drei Kollegen. Doppelkopf-Runden rief er in allen Stationen zusammen. Bei Bischof Braun war er wie eine „Lebens-Mittel-Beschaffungs-Instanz“, manchmal auch wie ein Hofnarr, der sagen durfte, was andere nur dachten.

Als ihm die Diagnose seiner schweren Krankheit mitgeteilt wurde, entschied er sich sofort gegen eine Operation oder Chemotherapie. Er meldete sich für die Palliativstation. Bewundernswert sind seine Verwandten, die – von Stuttgart kommend – ihn in der Zeit bis zum Tod begleiteten.

Wolfgang Janotta sprach oft über den Tod und plante seine Beerdigung. Sein Grab sollte in der Nähe seiner Mutter und seiner Familie sein. Er sagte gern: „Kein Auge hat gesehen und kein Ohr hat’s gehört, wie es sein wird. Da bin ich neugierig. Schade, dass man da nicht zurückfunken kann.“

Ein Original ist in die Vollendung gegangen. Viele werden froh und dankbar von ihm noch lange erzählen. „Geh ein in die Freude deines Herrn“ ist ein Wunsch des Evangeliums, den viele wiederholen.| Paul Christian

Das Requiem für unseren verstorbenen Mitbruder feiern wir am Sonnabend, dem 21. Juli 2012, um 15.00 Uhr in der Herz-Jesu Kirche in Thale. Die Beisetzung findet zu einem späteren Zeitpunkt im Kreis der Familie in Sindelfingen statt. Priester und Diakone sind eingeladen, das Requiem in Chorkleidung mitzufeiern.

Die Angehörigen bitten von Kranz- und Blumenspenden abzusehen. Für einen karitativen Zweck wird eine Geldspende erbeten. 

Wir wollen unseres verstorbenen Mitbruders im Gebet und bei der Eucharistiefeier gedenken.

Magdeburg, den 18. Juli 2012

Dr. Gerhard Feige
Bischof

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