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Themenabend Belarus

Wir wählen Solidarität! Teilen bringt Gewinn!

„Seien Sie herzlich willkommen zu unserem heutigen Themenabend Belarus!“, so begrüßte die Geschäftsführerin der Partnerschaftsaktion Ost Rasa Hinz die versammelten Gäste. 30 interessierte Personen hatten sich zur Veranstaltung über die aktuelle Situation in Belarus eingefunden.

Nach der Begrüßung der belarussischen Schriftstellerin, Historikerin und Philosophin Olga Shparaga übergab Hinz das Wort an den Leiter des europäischen Jugendkompetenzzentrums „GoEurope!“ sowie Geschäftsführer der europäischen Jugendbildungsstelle Magdeburg Christian Scharf.

„Die Werte, die uns ermöglichen, in der EU friedlich, respektvoll und solidarisch miteinander zu leben, sind sehr wichtig für unsere Gesellschaft. Wir sprechen verschiedene Sprachen, wir haben unterschiedliche Kulturen, wir sind anders religiös geprägt und wir haben andere Gewohnheiten. Trotzdem können wir tolerant und respektvoll in Frieden und Freiheit zusammenleben. Um Verständnis für andere Kulturen und Lebensweisen zu fördern, legt die EU großen Wert auf die politische, kulturelle und soziale Bildung der jungen Menschen. Zum Beispiel mit dem EU-Programm „GoEurope!“ fördert sie den Austausch der jungen Menschen innerhalb der EU und vermittelt ihnen europäische Themen.

Solidarisch zu sein, heißt es für uns, gegenseitig zu helfen und zu unterstützen. Was bei unseren Nachbarn passiert, interessiert und bewegt uns! Ja, wir bekunden unsere Solidarität zu den Menschen in Belarus. Wir schätzen ihren Einsatz für Freiheit und Frieden. Das ist die Basis des gemeinsamen Zusammenlebens“, - erläuterte Scharf sein Anliegen in seinem Grußwort.

Im Mittelpunkt des Themenabends stand die Vorstellung des Buches „Die Revolution hat ein weibliches Gesicht: der Fall Belarus“ von Olga Shparaga, die die Ereignisse des letzten Jahres in Belarus beschrieben und philosophisch-historisch analysiert hat.

„Was sich seit den Präsidentschaftswahlen am 9. August 2020 in Belarus abspielt, geht über eine regionale Protestbewegung gegen gefälschte Wahlen weit hinaus. In Minsk und vielen anderen Städten des bis vor kurzem weithin unbekannten Landes zwischen Russland und der EU wird Geschichte geschrieben. Weiblich, friedlich, postnational – so charakterisiert die Autorin die Umwälzung in ihrem Land und stellt die Ereignisse in den Kontext europäischer und globaler Emanzipationsbewegungen“, – so der Suhrkamp Verlag, in dem das Buch im März 2021 erschienen ist.

Mit Hilfe einer Power-Point-Präsentation stellte Shparaga ihr Buch dem Publikum vor und erzählte sehr bewegt und plastisch anhand des gezeigten Bildmaterials über das Erlebte – über den euphorischen Versuch der friedlichen Mitgestaltung des gesellschaftlichen Zusammenlebens in Belarus, über ihr persönliches aktives Mitwirken in der Protestbewegung und über die Kreativität und Solidarität der Menschen angesichts des autoritären Regimes von Lukaschenko.

Im der sich anschließenden Frage-Antwort-Runde konnte das Publikum Fragen stellen und Statements abgeben. „Sie haben über die Situation in Minsk berichtet. Was mich interessiert, wäre die Frage zur Entwicklung der Proteste auf dem Land, in kleineren Städten?“, – war eine Publikumsfrage, die Shparaga beantwortete, indem sie erklärte, dass die Protestbewegung gerade auch in den ländlichen Regionen stark ausgeprägt war. „In einigen kleineren Städten waren bei Protestmärschen viel mehr Menschen auf der Straße als in Minsk“, sagte Shparaga und illustrierte ihre Aussage prompt anhand von Fotos.

Der Vorstand des Lothar‐Kreyssig‐Friedenspreises Manfred Fiek lobte die Veranstaltung und teilte allen Teilnehmenden mit, dass am 13. November um 11.00 Uhr in der Johanniskirche in Magdeburg der Lothar-Kreysing-Friedenspreis an die Präsidentschaftskandidatin und Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja verliehen wird. Alle seien herzlichst dazu eingeladen.

Die zweite belarussische Künstlerin, die beim Themenabend vorgestellt wurde, war die Tape-Art-Künstlerin Fabifa. Ihre Bilder wurden in dem Veranstaltungsraum präsentiert. Von sechs Bildern blickten mutige Frauen der Protestbewegung auf die Betrachtenden. Zu jeder dargestellten Frau gab es entsprechende Personenbeschreibungen.

„Wir zeigen Ihnen eine Videoinstallation von Fabifa. Diese Kunstarbeit trägt den Namen: „Die Belarussin““, – führte Hinz fort und schaltete die Videoinstallation an. „Diese Installation zeigt ein kollektives Bild einer modernen belarussischen Frau und spiegelt derer Haltung zu moralischer und physischer Gewalt, Einschränkung von Rechten und Freiheiten wider“, - so die Künstlerin.

Zum Ende der Veranstaltung erinnerte Hinz das Publikum an die Spendenaktion – „an diesem Abend sammeln wir Spenden für politisch gefangene Frauen in Belarus“. „Die litauische Künstlerin und Graphikerin Jurate Slizyte hat ihr Bild „Ein voll bewohntes Haus“ der PaOst kostenlos zur Verfügung gestellt. Ein Unternehmen aus Magdeburg hat entsprechende Folien hergestellt und T-Shirts damit bedruckt. Sie können Ihre Spende in unsere Spendenbox geben oder sie können gern die von uns angefertigte T-Shirts „Жыве Беларусь!“ – „Es lebe Belarus!“ kaufen. Der gesamte Preis fließt in die Spendensammlung ein“, – erklärte Hinz.

Hinz dankte dem Publikum für das große Interesse an der Thematik, für die rege Frage-Antwort-Runde und für die eingehenden Spenden. Der Themenabend Belarus ist mit persönlichen Begegnungen der Gäste ausgeklungen.

(RH; Foto: PaO)

 

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