Demokratiepreis für Initiativen aus Sachsen-Anhalt

Bischof gratulierte der ökumenischen Gruppe "hingucken...denken...einmischen"

Magdeburg (pbm) Im bundesweiten Wettbewerb Aktiv für Demokratie und Toleranz 2007 sind am Montag in der Magdeburger Staatskanzlei zwei Initiativen aus Sachsen-Anhalt ausgezeichnet worden. Die Magdeburger Gruppe hingucken...denken...einmischen, eine Initiative katholischer und evangelischer Christen, erhielt den Preis für ihre Ausstellung über Symbole der rechten Szene, die Zerbster Sekundarschule für ihr Projekt Miteinander in einer friedlichen Schule. Den Wettbewerb hatte das von der Bundesregierung initiierte Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt ausgelobt.

Die Preisträger mit Bischof Feige

Bischof Gerhard Feige gratulierte der ökumenischen Gruppe "hingucken...denken...einmischen", die bei der Gelegenheit gleich ihr neues Projekt vorstellte: Eine Magdeburger Straßenbahn soll im Sinn der Aktion gestaltet werden. Noch fehlen dafür allerdings 8500 Euro. Sponsoren sind gefragt.



Bei der Preisverleihung würdigte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer beide Initiativen als beispielgebend. Sie stünden für Toleranz, Respekt und Vielfalt. Böhmer forderte ein breites Bündnis aller gesellschaftlichen Institutionen und Organisationen. Die Kirchen sind zwar keine Partei, aber sie sollen Partei ergreifen, betonte er. Ihre Stimme habe Gewicht und finde Gehör. Die Schulen bezeichnete der Ministerpräsident als Trainingsfelder der Demokratie. Neben dem Elternhaus seien sie der zweite Pfeiler der Persönlichkeitsentwicklung.

Der ökumenische Kreis hingucken...denken...einmischen wurde im vergangenen Jahr mit Unterstützung des Bistums Magdeburg gegründet. Er protestierte unter anderem gegen einen Thor Steinar-Laden im Magdeburger Hundertwasserhaus, in dem bei Rechtsextremisten beliebte Kleidung verkauft wurde. Mit einer im selben Haus eröffneten Ausstellung informierte die Gruppe über rechtsextreme Symbole. Das Zerbster Projekt Miteinander in einer friedlichen Schule wurde nach der Ermordung des Mosambikaners Alberto Adriano vor acht Jahren in Dessau gestartet. Ab den Jahrgangsstufen 5 und 6 werden die Schüler in Gewaltprävention geschult und für Diskriminierungen sensibilisiert.

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