Bistumskarte

Blickpunkt: Migrantinnen

Neue Fach- und Servicestelle zur Verbesserung der Arbeitssituation von geflüchteten Frauen bei der Caritas eingerichtet

„Bislang hat noch keine unserer Frauen eine Arbeit gefunden“, erklärt Soniya Frotan, die Gründerin des Vereins afghanischer Frauen in Schönebeck. Sie hofft, dass sich das nun endlich ändern wird. Damit Migrantinnen den Sprung in die Arbeitswelt schaffen, wurde zu Jahresbeginn beim Caritasverband im Bistum Magdeburg die Fach- und Servicestelle „Blickpunkt: Migrantinnen“ gestartet. Staatssekretärin und Integrationsbeauftragte Susi Möbbeck freut sich für dieses ambitionierte Projekt einen verlässlichen und erfahrenen Partner in der Caritas gefunden zu haben.

Nur rund zehn Prozent aller Geflüchteten, die in Sachsen-Anhalt einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgehen, sind weiblich. "Dabei haben wir Frauen mit akademischen Höchstqualifikationen unter den Geflüchteten", sagte Möbbeck, „während andere hingegen erst lesen und schreiben lernen müssen.“ Der Arbeitsmarkt sei jedoch der Schlüssel zur Integration, so die Staatssekretärin.

Dass die bislang konzipierten Beratungsangebote für Frauen nicht funktionieren, hat eine Studie des Caritasverbandes herausgefunden und auch erste Handlungsempfehlungen herausgearbeitet. Die Gruppe der geflüchteten Frauen sei keine homogene Gruppe, die häufig nicht nur für sich, sondern auch für ihre Kinder Verantwortung habe. Deshalb brauche es für Frauen flexiblere Maßnahmen, die auf die spezifischen Bedarfe und Lebenslagen ausgerichtet sind. „ Mit der Einrichtung der Servicestelle Migrantinnen nimmt Sachsen-Anhalt bundesweit eine Vorreiterrolle ein“, sagte die neue Direktorin der Caritas, Cornelia Piekarski. Die Beratungsstelle ist im Interkulturellen Beratungs- und Begegnungszentrum der Caritas in Magdeburg untergebracht.

Der „Blickpunkt Migrantinnen“ soll individuelle und flexible Beratungs- Begleit- und Coachingmaßnahmen für geflüchtete Frauen und Migrantinnen entwickeln und anbieten. „Dabei müssen wir besonders die Lebenssituation der Frauen berücksichtigen“, sagt die Leiterin Migration und Integration der Caritas, Monika Schwenke. „Nur so können wir das Empowerment von Frauen voranbringen.“  Wichtig sei dann auch, die Frauen an bestehende Angebote für Qualifizierung und  Weiterbildung weiterzuvermitteln.

Die Erkenntnisse der Arbeit sollen dann auch wieder an die Politik zurückgespiegelt werden, um gegebenenfalls Rahmenbedingungen anzupassen. Damit diese Rückkopplung zur Politik auch gelingt, wurden weitere Projektpartner mit ins Boot geholt: Minor – Projektkontor für Bildung und Forschung  gGmbH aus Berlin und das Europäische Bildungswerk für Beruf und Gesellschaft gGmbH (EBG) mit Hauptsitz in Magdeburg.

Zunächst soll es in Sachsen-Anhalt eine Beratungsstelle in Magdeburg geben. Später soll eine Stelle in Halle und dann eventuell auch im ländlichen Raum hinzukommen.

Studie der Caritas als PDF oder als ePaper lesen. 

(sus; Foto: Sperling)

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