Bistumskarte

Mitbrüderlichkeit war ihm Herzenssache

Pfarrer Heinrich Koch ist mit 80 Jahren verstorben

Hände zum Gebet gefaltet und KerzenDer barmherzige Gott hat am 27. August 2009 seinen treuen Diener, Herrn Pfarrer i.R. Heinrich Koch im Alter von 80 Jahren in sein ewiges Reich gerufen.

 „Seht doch, wie gut und schön es ist,
wenn Brüder in Eintracht beisammen sind!"
 (Psalm 133)

Einen ganz besonderen Klang hatte dieses Psalmwort, wenn man an die so genannte „Montagsrunden im Pfarrhaus in Kalbe (Milde) erinnert, zu der seit Mitte der 70er Jahre Heinrich Koch jeden Montag alle interessierten Priester der Altmark eingeladen hat, bis zu seinem Weggang aus Kalbe 2005. „Ich heiße Koch und ich bin der Koch!" Und es hat immer geschmeckt, und es war immer eine gewinnbringende Zusammenkunft außerhalb der üblichen Dekanatskonferenzen. Diese Mitbrüderlichkeit war ihm ein Herzensanliegen. Am 26. November 1928 in Stuckenbrock im Hochstift Paderborn geboren. wuchs er in einer großen Familie auf. Der Vater war Lehrer und über die Kriegsjahre war oft „Schmalhans Küchenmeister". Weil Stuckenbrock in der Nähe der jungen Ems liegt, gehörte er bis zuletzt der „Amisia"-Bruderschaft im Erzbistum Paderborn an und legte viel Wert auf diese brüderliche Verbindung.

Während des Studiums in Paderborn war er auch zeitweise im Ruhrgebiet im Bergbau tätig. Das Ideal vom Arbeiterpriester war immer so ein heimlicher Leitgedanke: mit einfachen Menschen sein! Nach der Priesterweihe am 26. Mai 1955 in Paderborn ging er freiwillig ins damalige Kommissariat Magdeburg und wurde Kuratus in Elster (Elbe) in ganz bescheidenen Verhältnissen. Von 1966 bis 2005 war er dann in ähnlichen Verhältnissen Kuratus in Kalbe (Milde). Der Singekreis, den er nach Wittenberger Vorbild aufbaute, funktionierte bis zuletzt fast wöchentlich und gestaltete viele Gottesdienste in den einfachen altmärkischen Diaspora-Verhältnissen. Nach seiner offiziellen Pensionierung 2001 blieb er Ortspfarrer in Kalbe, bis er krankheitsbedingt im September 2005 ins (nach dem Brand 2004 wieder aufgebaute) Pfarrhaus nach Salzwedel zog. Er wollte in der Altmark bleiben! Und in der Salzwedler Hausgemeinschaft fühlte er sich wohl und gut aufgehoben. Und immer noch war sein Ideal, dass die Menschen in Eintracht beisammen bleiben möchten, ob im Kreis der Mitbrüder oder im Seniorenkreis. Nach zwei Monaten, in denen er gesundheitlich immer mehr verfiel, und von einer Krankenstation zur anderen musste, ist er am 27. August 2009 von seinem Leiden erlöst worden, im Beisein seiner Geschwister. Christus hat ihn aus dieser Welt in den Himmel an seinen Tisch geholt: „Komm du guter und getreuer Knecht, du warst über Weniges getreu. Nimm jetzt teil an der Freude deines Herrn."
Pfarrer Andreas Müller

Das Requiem für Pfarrer Heinrich Koch feiern wir am Mittwoch, dem 2. September 2009, um 12:00 Uhr in der Pfarrkirche „St. Lorenz" in Salzwedel. Die Beerdigung ist um 14:00hr auf dem Altstädter Friedhof, Böddenstedter Weg, in Salzwedel. Priester und Diakone sind eingeladen, das Requiem und die Beerdigung in Chorkleidung mitzufeiern.

Wir wollen unseres verstorbenen Mitbruders im Gebet und bei der Eucharistiefeier gedenken.

Magdeburg, den 28. August 2009
Dr. Gerhard Feige
Bischof

 

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