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Pallottiner-Pater übernehmen Kirchengemeinde in Genthin

Genthin (pbm) - Zwei Pallottiner-Pater wechseln Anfang August von Erfurt nach Genthin. Pater Eckhard Kücking wird die katholische Kirchengemeinde Sankt Marien leiten, sein Mitbruder Pater Heribert Federspiel steht für geistliche Begleitung und weitere spirituelle Aufgaben im Bistum Magdeburg zur Verfügung. Dem Umzug war eine Anfrage der Ordensleitung in Limburg voraus gegangen, die nach neuen Aufgaben für ihre Mitglieder gesucht hatte. Die Entscheidung des Ordens für die rund tausend Mitglieder zählende Kirchengemeinde mit Kindergarten, offener Jugendarbeit und Sozialstation fiel relativ schnell.
Die Pfarreinführung in der Kirche St. Marien, Mühlenstr. 29, findet am Sonntag, 12. August, 14:00 Uhr statt.

Pallottiner: Die Pallottiner sind eine religiöse Gemeinschaft innerhalb der katholischen Kirche, jedoch kein Mönchsorden im klassischen Sinn wie die Benediktiner oder Zisterzienser. Vinzenz Pallotti gründete die Gemeinschaft in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts unter dem Namen "Societas Apostolatus Catholici" (SAC), was übersetzt heißt "Gesellschaft des katholischen Apostolates". Zur Hauptaufgabe der Pallottiner, die mit rund 2500 Mitgliedern auf allen Kontinenten leben und arbeiten, zählt vor allem die Förderung des Laienengagements in der Kirche, also der Christen, die weder Priester noch Diakon sind. Die Pallottiner verstehen sich als eine Gemeinschaft von Christen mit verschiedenen Berufen und mit seelsorglichen Aufgaben. Durch ihr Leben möchten sie auf Jesus Christus hinweisen, den sie in jedem Menschen wiedererkennen. Sie leben als Brüder und Priester ehelos, gehorsam gegen Gott und in Gütergemeinschaft. Dabei achten sie auf Einfachheit und sorgsames Umgehen mit der Schöpfung.

Vinzenz Pallotti war katholischer Priester in Rom und lebte von 1795 bis 1850. Er entstammt gutbürgerlichen Verhältnissen, darum standen ihm nach seiner Priesterweihe und nach dem Erlangen des philosophisch-theologischen Doktorgrades alle Türen offen zu einer großen Karriere. Zunächst lehrte Pallotti an der römischen Universität Sapienza. Aber diese Aufgabe füllte den sensiblen Priester, Berater und Beichtvater nicht aus. Bald war er nicht nur dem Papst ein guter Bekannter, sondern auch Bettlern und Pestkranken. Man fand Vinzenz Pallotti als Seelsorger in Gefängnissen und Krankenhäusern. Er gründete eine Abendschule, ein Heim für gescheiterte Jugendliche und half in Not geratenen Bauern. Im Jahr 1850 führte dieser aufzehrende Dienst zu seinem frühen Tod mit nur 55 Jahren. Als letzte Tat Pallottis ist überliefert, dass er bei kaltem, regennassem Wetter seinen Mantel einem Armen gegeben haben soll. Die später nach Pallotti benannte Societas Apostolatus Catholici, eine Gemeinschaft von Priester und Nicht-Priester, gründete er 1838. Mit diesem Schritt machte Vinzenz Pallotti deutlich: Priester und Laien tragen die Kirche gemeinsam, zwar auf verschiedene Weise, aber doch miteinander.

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