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Taufe
Bildrechte / Quelle: Bistum Magdeburg, Pressestelle, presse@bistum-magdeburg.de, 0391-5961134

„Plötzlich war alles klar“

Wie kommen atheistische Erwachsene zum katholischen Glauben?

„Ich war auf der Suche nach Antworten. Dann war plötzlich alles klar.“ Juliane Uhl steht in einem großen Saal im Roncalli-Haus in Magdeburg und erzählt von der Geschichte ihres Glaubens.

Eine junge Frau, Anfang vierzig, verheiratet, zwei Kinder. Mit sportlichem Kurzhaarschnitt, Brille und Anzug. Ein wacher Blick. Mit ruhiger Stimme berichtet sie den anderen Gästen dieses Gottesdienstes von ihrer Kindheit ohne Religion. Von ihrem Interesse am Glauben. Vor allem intellektuell. „Immer wieder fühlte ich mich zu Kirchen hingezogen“, sagt sie. Als Orte der Stille. Und doch habe der Intellekt immer kritisch gefragt: „Was soll das sein, was hier angebet wird?“

„Wo ist mein Weg?“

Als sie schließlich in Köthen arbeitete, habe sie immer wieder von der katholischen Gemeinde und ihren Gottesdiensten gehört. „Dann bin ich einfach hingegangen“, sagt sie. Im Gepäck selbst eine Frage: Wie soll mein beruflicher Weg weitergehen?

„So saß ich also in dieser Kirche. Noch drei weitere Menschen waren mit mir im Gottesdienst. Und alles – die Predigt, jedes Lied schien eine Antwort auf meine persönliche Frage zu sein“, sagt sie und schluckt. Damals sei sie in Tränen ausgebrochen. Tiefes schüttelndes Schluchzen. Und der Pfarrer sei zu ihr gekommen und habe sie gesegnet. Stille im Raum, als die junge Frau erzählt. Einige nicken. Einige schauen betroffen.

„In einem der Gottesdienstlieder ging es um den breiten Weg, den viele gehen. Und einen schmalen Pfad des einzelnen.“ Das sei die Botschaft für sie gewesen, erzählt sie, und setzt sich schließlich. Die Stille im Raum bricht auf, als alle beginnen zu singen und Gott zu danken, mit einem Liedruf.

Dann redet der Nächste.

Beauftragung der Pfarrer

Es ist ein sogenannter Zulassungsgottesdienst, der hier im Roncalli-Haus gefeiert wird. Gekommen sind Taufbewerberinnen und -bewerber aus dem gesamten Bistum. Mit ihren Angehörigen und geistlichen Begleitern. Bischof Feige erklärt den Rahmen: „Eigentlich tauft der Bischof die Erwachsenen. Aber weil ich das nicht überall machen kann, findet mit diesem Gottesdienst eine Art Zulassung zu Taufe oder Firmung statt. Und eine Beauftragung an die Pfarrer."

In seiner Predigt betont er, dass es im Glauben nicht nur um die Liebe zu Gott gehe. Sondern auch um die Liebe zum Nächsten. Beides gehe nur miteinander. Dann segnet er Juliane Uhl und die anderen 30 Tauf-Bewerberinnen und Bewerber. Im Anschluss an den Gottesdienst gibt es noch Gespräche, ein gemeinsames Essen. Viele sind von weit her angereist.

Und Juliane Uhl selbst hat ihren Weg auch bereits weiter auf den Glauben ausgerichtet. Schon lange arbeitet sie nebenberuflich im Heinrich-Pera-Hospiz in Halle, seit Sommer 2023 hauptberuflich als PR-Verantwortliche. Und bald wird sie nun auch privat ganz offiziell Teil der katholischen Glaubensgemeinschaft sein. Durch eine Taufe in ihrer Kirche. In der Osternacht.

Fotos: Anja Schlender

Quelle: Bistum Magdeburg, Pressestelle, Telefon: (0391) 59 61-134, presse@bistum-magdeburg.de

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