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„Dass es nie enden soll“

Pontifikalamt zur Segnung der Ehejubilare in der Kathedrale St. Sebastian in Magdeburg

Bis auf die letzten Plätze war die Kirche zu diesem besonderen Segensgottesdienst gefüllt. Etwa 120 Paare waren der Einladung von Bischof Gerhard Feige gefolgt, um ihr Goldenes, Diamantenes oder gar Eisernes Ehejubiläum gemeinsam zu feiern, zu danken und sich für den weiteren Weg stärken zu lassen.

Das Versprechen und den Wunsch, für immer miteinander durch das Leben zu gehen, brachte Bischof Gerhard Feige zu Beginn seiner Predigt mit einem berührenden Gedicht von Andreas Knapp zum Ausdruck:

sag doch
ob es für immer ist
ich will keinen garantieschein
und die ringe nie
zur kette geschmiedet
aber den wunsch
dass es nie enden soll
denn zweimal lebenslänglich
ist das nicht liebe
über den tod hinaus
sag doch
ja

(aus: "Höher als der Himmel. Göttliche Gedichte")

„Dass es nie enden soll“ – dieser Sehnsucht ging Bischof Gerhard in seiner Predigt nach, betonte die Kunst, das Eheversprechen zu halten, und verschwieg auch nicht die Nöte des Alltags: „Höhen und Tiefen, Auf-, Ab- und Umbrüche liegen hinter Ihnen, Freud und Leid. Was hat sich doch seit Ihrer Hochzeit in unserer Welt alles verändert: die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse, die gesellschaftliche und kirchliche Situation, der Lebensstandard und manche Wertvorstellungen. Menschen kamen und gingen. Auch Sie selbst haben sich verändert: beruflich, wohnlich, persönlich. Die erste Liebe ist dem Alltag gewichen. Enttäuschungen blieben nicht aus. Das Alter hat sich bemerkbar gemacht. Neben Sternstunden gab es auch Tiefpunkte. Und trotzdem sind Sie sich treu geblieben. Das gilt es zu feiern.“

Er betonte die Bedeutung, immer wieder aufeinander zuzugehen, sich als unverwechselbares Geschöpf Gottes zu sehen und die Liebe zu pflegen. Manchmal, so hob er mit Blick auf das Evangelium von der Hochzeit zu Kana hervor, scheint uns dabei der Wein auszugehen, ermüden wir im Miteinander. Dann ist es gut, sich daran zu erinnern, dass Gott selbst es ist, der die Krüge füllt und der Liebe ohne Maß schenken will: „Er sprengt unsere menschlichen Maßstäbe. Er geht über unsere Grenzen hinaus und will uns damit auch sagen: So ist die Liebe. Menschliches Maß kann sie nicht erfassen. Sie ist immer größer als wir selbst. Sie ist ein Gottesgeschenk, ein Segen in Hülle und Fülle.“

Dieses Gottesgeschenk wurde dann besonders spürbar in dem persönlichen Segen, der jedem Paar gespendet wurde – ein Segen in Hülle und Fülle. Eine Freude war dabei, dass Altbischof Leo fest an der Seite von Bischof Gerhard stand und wie er den Paaren den Segen zusprach.

Freude und Dankbarkeit waren in dem Gottesdienst für alle greifbar. Besonders feierlich wurde er auch dank der musikalischen Gestaltung durch den Kathedralchor unter Leitung von Matthias Mück und durch Marie-Therese Finkler an der Trompete.

Im Anschluss feierten die Jubelpaare bei Kaffee und Kuchen im Kathedralsaal von St. Sebastian weiter. Und so mancher verspürte die Sehnsucht, dass die Freude an einer so wohltuenden Gemeinschaft nie enden möge.

F. Maier, Fotos: L. Danzmann

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