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Bischof Feige bei einer Messe

50 Jahre Ständiger Diakonat„Gottesdienst durch Nächstendienst“

Erscheinungsdatum: 13. Dezember 2025

Mit einem Festgottesdienst hat das Bistum Magdeburg am Samstag, dem 13. Dezember 2025, 50 Jahre Ständigen Diakonat gefeiert. In seiner Predigt würdigte Bischof Gerhard Feige in der Kathedrale St. Sebastian in Magdeburg die Bedeutung dieses kirchlichen Amtes als unverzichtbaren Dienst an den Menschen. Unter dem Leitwort „Gottesdienst durch Nächstendienst“ hob Feige hervor, dass Diakone vor allem dort wirkten, „wo Menschen ihr konkretes Leben teilen“ – in sozialen Brennpunkten, in der Caritas, in der Gefängnis- und Notfallseelsorge oder an Bahnhöfen.

Dabei sei der Ständige Diakonat jedoch „kein Lückenfüller einer überforderten Gesellschaft“, sondern ein geistlich begründeter Dienst, der aus Taufe und persönlicher Begabung erwachse.

Kirche im Alltag

Feige betonte, dass der Begriff „Dienen“ angesichts gesellschaftlicher Belastungsgrenzen, schwindender Solidarität und zunehmender Vereinsamung neue Aktualität habe. Diakone könnten hier zu wichtigen Brückenbauern werden. In der Begegnung mit Hungernden, Kranken, Fremden oder Gefangenen werde das Evangelium konkret erfahrbar.

Bereits das Zweite Vatikanische Konzil habe den Diakonat als Antwort auf wachsende pastorale und soziale Aufgaben neu belebt. Auch heute präge der Dienst der Diakone eine Kirche, die Menschen immer seltener in Gottesdiensten, dafür aber häufiger in ihrem Alltag begegne. Dieses besondere Profil sei zukunftsweisend für eine Kirche im Wandel, so der Bischof.

Er dankte den Diakonen des Bistums sowie ihren Familien für ihren oft herausfordernden Einsatz: „Mögen Sie daran wachsen, die Freude nicht verlieren und für viele zum Segen werden.“

Festakt

Im Rahmen des anschließenden Festaktes im Roncallihaus berichteten Diakone über ihren Dienst. Ein Film über das diakonische Handeln im Bistum wurde gezeigt.

Dr. Daniela Bethge und Diakon Dr. Thomas Pogoda thematisierten in einem Dialogvortrag „Sieben Gedanken für einen Diakonat von morgen“. Sie arbeiteten heraus, dass der Diakonat von morgen Flexibilität und Vielfalt brauche: „Das Amt muss sich immer wieder neu an die individuellen Gaben der Menschen im Diakonat und an die konkreten Herausforderungen von Zeit und Ort anpassen“, so Pogoda.

Beide luden dazu ein, den Diakonat als lebendiges und offenes Amt zu verstehen, das gesellschaftliche Entwicklungen aufgreife, sich neuen Perspektiven – gerade jenseits des kirchlichen Bereichs – öffne und darin dem Anspruch Gottes antworte. Bethge und Pogoda machten zudem deutlich, dass die Zukunft des Diakonats wohl weiblicher werden wird. Sie betonten, dass die Stimme und das Engagement von Frauen für die Weiterentwicklung dieses kirchlichen Amtes unverzichtbar sei.

Insgesamt wurden von 1975 bis 2025 im Bistum Magdeburg 40 Ständige Diakone geweiht. 16 sind bereits verstorben, 13 im Ruhestand und 10 sind im aktiven Dienst. Einer ist auf eigenen Wunsch aus dem Dienst ausgeschieden.

Film zum Jubiläum: https://youtu.be/OBTl7sfelGs 

Predigt als PDF

 

Quelle: Bistum Magdeburg, Pressestelle, presse@bistum-magdeburg.de, 0391-5961134

Diakon und Ministranten am Ambo
Kirchenmusiker in der Kathedrale St. Sebastian
Menschen in einem Saal bei einem Vortrag
Menschen in einem Saal bei einem Vortrag
Karten auf einem Tisch
Zwei Menschen bei einem Vortrag

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