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Priester am Grab von Leo Nowak
Bischof Leo Nowak wurde auf dem Kapitelsfriedhof im Innenhof der Kathedrale St. Sebastian in Magdeburg beigesetzt.
Bildrechte / Quelle: Bistum Magdeburg

Magdeburg nimmt AbschiedBischof Leo feierlich beigesetzt

Erscheinungsdatum: 25. April 2026

Mit einem feierlichen Requiem in der Kathedrale St. Sebastian in Magdeburg und anschließender Beisetzung im kleinen Kreis hat das Bistum Magdeburg am 25. April 2026 Abschied von Bischof Leo Nowak genommen. Er war am 12. April im Alter von 97 Jahren verstorben.

Am Vormittag versammelten sich die Familie und zahlreiche Gläubige, Geistliche sowie Vertreter aus Politik und Gesellschaft zum Requiem, das von Bischof Gerhard Feige zelebriert wurde. Per Livestream verfolgten 500 Zuschauer den Gottesdienst.

Gäste des Requiems waren unter anderem: der Fuldaer Bischof und stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) Michael Gerber, der Berliner Erzbischof Heiner Koch, der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyer, Bischof Jonas Ivanauskas aus dem Partnerbistum Kaišiadorys in Litauen, Landesbischof Friedrich Kramer (Evangelische Kirche Mitteldeutschlands EKM), die ehemalige Landesbischöfin der EKM, Ilse Junkermann sowie der ev. Bischof i.R. Axel Noack, der Caritasdirektor im Bistum Magdeburg, Thomas Keitzl, sowie Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz aus Paderborn. Auch Ministerpräsident Sven Schulze (CDU), Bildungsminister Jan Riedel (CDU), Eva von Angern (LINKE) und Cornelia Lüddemann (GRÜNE) nahmen teil.

Im Anschluss an das Requiem erfolgte die Beisetzung auf dem Kapitelsfriedhof im Innenhof der Kathedrale, ehe Gläubige am offenen Grab persönlich Abschied nehmen konnten.

Ein Leben im Dienst der Einheit

Bischof Feige_Predigt
Bischof Gerhard Feige Bildrechte / Quelle: Bistum Magdeburg

Bischof Gerhard Feige nahm in seiner Predigt Bezug auf das Leben und Wirken Leo Nowaks unter dessen bischöflichem Leitwort „Alles in Christus vereinen“. Ausgehend von diesem Leitspruch zeichnete Bischof Feige das Bild eines Seelsorgers, der in bewegten Zeiten Orientierung gab und Kirche aktiv gestaltete.

Bischof Leo habe seinen bischöflichen Auftrag stets als Dienst an der Einheit verstanden – nicht nur innerhalb der katholischen Kirche, sondern darüber hinaus, so Feige. Leos Anliegen sei es gewesen, „zu sammeln und nicht zu zerstreuen“. Er habe bewusst Brücken gebaut zwischen Konfessionen, zwischen Glaubenden und Nichtglaubenden sowie zwischen Kirche und Gesellschaft. Besonders in der Umbruchszeit nach 1989 sei dieses Bemühen prägend gewesen.

Gestaltung einer Kirche im Aufbruch

Als erster Bischof des 1994 gegründeten Bistums Magdeburg habe Bischof Leo Verantwortung in einer Phase übernommen, die von Unsicherheit, aber auch von neuen Möglichkeiten geprägt war. Er habe Strukturen geschaffen, Bildungsinitiativen angestoßen und die Kirche ermutigt, sich als „missionarische, offene und dialogbereite Gemeinschaft“ zu begreifen. Dabei sei es ihm nicht um Selbstbehauptung gegangen, sondern darum, Menschen Hoffnung zu vermitteln.

Alles Tun Nowaks sei aus einem tiefen Glauben heraus gewachsen. Eine Kirche, so zitierte Feige ihn, müsse „in Gott verwurzelt“ sein, getragen von Gebet und Gottesdienst. Diese innere Ausrichtung habe ihm die Kraft gegeben, auch unter schwierigen Bedingungen – in der DDR ebenso wie in der Nachwendezeit – seinen Weg mit Gelassenheit, Mut und Zuversicht zu gehen.

Prägendes Gesicht der ostdeutschen Kirche

Leo Nowak, 1929 in Magdeburg geboren, wurde 1990 zum Bischof geweiht und war von 1994 bis 2004 erster Bischof des neu gegründeten Bistums Magdeburg. Sein Wirken fiel in eine Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen. Er gründete sieben katholische Schulen, die Stiftung „netzwerk leben“ und die Partnerschaftsaktion Ost. Er engagierte sich für eine Kirche, die bewusst in einer säkular geprägten Umwelt lebt.

In seiner Predigt würdigte Bischof Feige seinen Vorgänger als „Wegbereiter und nicht als Nachlassverwalter“ – als einen, der mit Zuversicht nach vorne blickte und auch im Alter geistlich präsent blieb. Bis zuletzt habe er gepredigt und Anteil am Leben der Kirche genommen.

Urgestein der ostdeutschen Diaspora

Bischof Michael Gerber am Grab von Bischof Leo Nowak
Der stellv. Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Michael Gerber, am Grab von Bischof Leo Nowak Bildrechte / Quelle: Bistum Magdeburg

Der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Michael Gerber, bezeichnete Nowak als „Urgestein aus der ostdeutschen Diaspora“. In Sachsen-Anhalt sind nur etwa drei Prozent der Bevölkerung katholisch. Seine Erfahrungen in der DDR hätten Nowak ebenso geprägt wie sein beherztes Vorgehen beim Aufbau des Bistums Magdeburg nach der Wende. „Eine Persönlichkeit der deutsch-deutschen Verständigung hat uns verlassen, und wir werden ihn und sein Wirken nicht vergessen“, sagte Gerber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Rande der Beisetzung.

Bischof Leo wurde traditionell in bischöflichen Gewändern bestattet. In den Sarg wurde das sogenannte Rogitum gelegt, eine Urkunde, die neben wichtigen Daten des Lebenslaufs auch besondere Ereignisse seiner bischöflichen Amtszeit würdigt, unterzeichnet von Bischof Feige und den Priestern des Domkapitels. Während des Requiems war der Sarg mit dem Evangelienbuch und der bischöflichen Kopfbedeckung, der Mitra, geschmückt. Neben dem Sarg stand Nowaks Bischofsstab. Die Beisetzung erfolgte auf dem Kapitelsfriedhof im Innenhof der Kathedrale.

Mit der Beisetzung endet nun ein langes Leben, das eng mit der Geschichte des Bistums Magdeburg verbunden bleibt. Was zudem bleibt, ist – so klang es im Requiem an – weniger ein abgeschlossenes Kapitel als vielmehr ein Auftrag: die Kirche weiterhin als Ort der Hoffnung, der Begegnung und der Einheit zu gestalten.

Predigt von Bischof Feige als PDF

TV-Beitrag von MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE am 24.4.2026

Quelle: Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA); Bistum Magdeburg, Pressestelle, presse@bistum-magdeburg.de, 0391-5961134

Sarg von Bischof Leo Nowak in der Kathedrale
Bischof Bentz am Sarg von Leo Nowak
Einzug der Ministranten beim Requiem
Ministerpräsident Sven Schulze beim Requiem für Bischof Feige
Bischof Feige im Requiem für Bischof Leo
Bischöfe im Requiem
Bischöfe im Requiem
Bischöfe im Requiem
Bischof Feige am Ambo
Monitor vor einer Säule
Gottesdienstgemeinde in St. Sebastian
Pfarrer i.R. Jürgen Dittrich am Ambo
Priester, Bischöfe und Diakone im Requiem
Bischof Feige im Gottesdienst
Regie des Livestreams für das Requiem
Gottesdienst in St. Sebastian
Priester reichen sich die Hand
Bischof Feige teilt die Kommunion aus
Gottesdienst in St. Sebastian
Bischof Feige im Gottesdienst
Segnung des Sarges von Bischof Leo
Auszug der Bischöfe im Requiem
Auszug der Bischöfe im Requiem
Auszug der Bischöfe im Requiem
Auszug der Diakone im Requiem
Auszug der Diakone im Requiem
Auszug der Diakone mit Leos Sarg im Requiem
Beerdigung auf dem Kapitelsfriedhof
Bischof Feige bei der Beerdigung von Bischof Leo
Bischof Michael Gerber bei der Beerdigung von Bischof Leo
Beerdigung von Bischof leo Nowak
Bischof Leos Sarg in der Erde

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