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Bischof Feige wäscht Füße am Gründonnerstag
Bischof Feige wäscht symbolisch die Füße von 12 Menschen.
Bildrechte / Quelle: Bistum Magdeburg

GründonnerstagDer Dienst am Menschen ist das Wesentliche

Die Fußwaschung am Gründonnerstag ist mehr als ein liturgisches Zeichen, betont Diakon Matthias Marcinkowski in seiner Predigt. Symbolisch steht sie für die Zukunft der Kirche. Diese Zukunft hängt davon ab, ob sie sich in den Dienst am Menschen stellt.

Erscheinungsdatum: 2. April 2026

Während die Gottesdienstgemeinde ein Lied singt, beginnt eine leise Bewegung im Altarraum. Ministranten tragen Bänke herbei, ordnen sie in einem Halbkreis. 12 Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinde nehmen Platz. Bischof Gerhard Feige legt sein Messgewand ab, streift ein schlichtes Gewand - das Gremiale – über. Eine sichtbare Geste der Demut. Dann kniet er nieder. Einer nach dem anderen hält dem Bischof die Füße hin. Er wäscht sie sorgfältig, Diakon Matthias Marcinkowski trocknet sie ab. Zwei Ministranten reichen Krug und Tücher. Es ist ein stilles, eindringliches Bild: Dienst statt Würde, Nähe statt Distanz.

Genau darum geht es auch in der Predigt, die Diakon Marcinkowski heute hält. Es ist der 2. April 2026, ein Abend in der Kathedrale St. Sebastian in Magdeburg. Gründonnerstag in der Karwoche. Marcinkowski hebt in der Predigt die Fußwaschung am Gründonnerstag als zentrales Zeichen für den diakonischen Auftrag der Kirche hervor. Die Waschung sei kein bloßes Ritual, sondern ein Aufruf zum Handeln. Das Niederbeugen zu den Füßen anderer stehe symbolisch für die Bereitschaft, sich den konkreten Nöten der Menschen zuzuwenden – Einsamkeit, Armut oder Ausgrenzung. Christsein beginne dort, wo Gläubige sich „tief bücken“, zuhören, helfen und Verantwortung im sozialen Umfeld übernehmen.

Diakon Matthias Marcinkowski am Ambo
Diakon Matthias Marcinkowski Bildrechte / Quelle: Bistum Magdeburg

Diakonisches Handeln

Der Diakon unterstreicht, dass diakonisches Handeln nicht Zusatz, sondern Wesenskern der Kirche sei. Die Zukunft der Kirche werde davon abhängen, ob sie im Dienst am Menschen glaubwürdig bleibe. Institutionelle Hilfswerke seien wichtig, doch entscheidend sei das persönliche Engagement im Alltag.
Auch dankt er an diesem Abend den Freiwilligen, die sich für die symbolische Handlung zur Verfügung stellen, und betont, dass diese Bereitschaft keineswegs selbstverständlich sei. Die schwierige Suche nach Engagierten – sowohl für liturgische Dienste als auch für soziale Projekte – zeige, dass kirchliches Leben und konkretes Engagement im Alltag immer wieder die aktive, bewusste Entscheidung des Einzelnen bräuchte.

Dann spricht er über die Verbindung von Eucharistie und Nächstenliebe. Die Einsetzungsworte Jesu seien nicht nur liturgische Erinnerung, sondern Verweis auf seine Lebenshingabe. Ebenso erinnere der Apostel Paulus daran, dass die Feier des Herrenmahls ohne Solidarität untereinander unglaubwürdig bleibe. Eucharistie und gelebte Gemeinschaft gehörten untrennbar zusammen.

Hintergrund 

Der Gründonnerstag steht im Zeichen des Abschieds Jesu. Zum letzten Mal vor seinem Tod kommt er am Abend mit seinen zwölf Jüngern zusammen. Dabei stehen zwei Symbolhandlungen im Fokus: das gemeinsame Abendmahl und die Fußwaschung der Jünger. Diese beiden Handlungen rückt die Kirche bei der Liturgie am Gründonnerstagabend in den Mittelpunkt. Die Messe vom letzten Abendmahl bildet dabei den Auftakt zum Höhepunkt des ganzen Kirchenjahres: zum sogenannten "Triduum Sacrum", den "Heiligen Drei Tagen" von Leiden, Tod und Auferstehung des Herrn, die in der Osternacht gipfeln.

Quelle: Bistum Magdeburg, Pressestelle, presse@bistum-magdeburg.de, 0391-5961134

Verhülltes Kreuz
Gottesdienst in einer Kirche
Ein Mann am Ambo
EIne Frau am Ambo
Bischof Feige wäscht Füße
Bischof Feige wäscht Füße
Bischof Feige bei der Präfation
Bischof Feige bei der Präfation
ischof Feige teilt die Kommunion aus

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